Sand stürmt ins pokal-viertelfinale: der traum von köln lebt

Der SC Sand ist der letzte Zweitligist im DFB-Pokal der Frauen. Am Mittwoch trifft der Underdog auf Bundesliga-Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena – und plötzlich ist alles möglich.

Die sensation ist kein zufall

Ein 3:0 gegen SV Meppen, dann das 3:2 über 1. FC Köln – zwei Spiele, zwei Siege, eine Message. Die Mannschaft von Trainer Alexander Fischinger spielt sich in Form, während andere klubs noch nach Rhythmus suchen. Die Pokal-Prämie von 88.000 Euro ist bereits eingesackt, doch das Team will mehr. Für einen Verein mit knapp 700 Mitgliedern wäre ein Finaleinzug nicht nur sportlich, sondern wirtschaftlich ein Quantensprung.

Kapitänin Jenny Gaugigl kennt die Atmosphäre im RheinEnergieStadion. 2016 und 2017 stand sie mit Sand im Endspiel, beide Male gegen Wolfsburg, beide Male chancenlos. „Jede Spielerin, die mal in Köln war, weiß, was das für ein Gefühl ist“, sagt sie. „Die Kulisse dort ist einfach unbeschreiblich.“ Nun ist die 31-jährige Abwehrchefin wieder nur zwei Siege vom Finale entfernt.

Jena als letzte hürde vor dem halbfinale

Jena als letzte hürde vor dem halbfinale

Der Gegner ist kein Unbekannter. Jena kassierte in dieser Bundesliga-Saison schon 42 Gegentore, zuletzt gab es eine 0:4-Klatsche gegen Leverkusen. Die Thüringerinnen stehen unter Zugzwang, während Sand ohne Druck aufspielen kann. „Der Druck liegt auf Jena“, betont Gaugigl. „Wir können befreit spielen und alles auf den Platz werfen.“

Die Zahlen sprechen für Sand: Pija Reininger traf dreimal im Pokal, kein Gegentor in der ersten Runde, dazu die Erfahrung von sieben Pokal-Endspielen in der Vereinsgeschichte. Die Länderspielpause nutzte das Trainerteam für Videoanalyse und taktische Feinarbeit. „Unsere Mentalität muss stimmen. Wir müssen jeden Zweikampf annehmen“, fordert Gaugigl.

Bei einem Sieg winkt am 8. April das Halbfinale – und der Weg nach Köln wäre frei. Die Spielerinnen haben ihre Familien bereits informiert: Tickets für Christi Himmelfahrt sind noch nicht gebucht, aber der Wunschliste schon ganz oben.