Sancho-drama: schulter-sprung stürzt bvb-rückkehr ins chaos
Jadon Sancho liegt auf dem Rasen von Calpe, die rechte Hand in einer Schlinge, und mit ihm die komplette Sommerplanung von Borussia Dortmund. Der 26-Jährige zog sich im Trainingslager von Aston Villa eine Schulterverletzung zu, Stichwort: Schlüsselbein. Es ist der Albtraum aller Sportdirektoren, nur 48 Stunden, nachdem Lars Ricken und Ole Book sich endlich auf einen Deal geeinigt hatten.
Die Szene war schnell, brutal, typisch Vorbereitung. Zweikampf mit Gonzalo Villar, Sancho stolpert, fällt unglücklich auf die rechte Schulter, 40. Minute, Aus. Villa-Ärzte vermuten eine Luxation, erste Bilder zeigen den Flügelflitzer mit Arm in Schlinge und Gesichtsausdruck, der alles sagt: Das kann dick werden.

Gehaltsverzicht und ein transfer, der eigentlich fix schien
Die Verhandlungen liefen heiß, aber diskret. Sancho wollte zurück nach Dortmund – und zwar sofort. Er war bereit, auf die Sonderzahlung von acht Millionen zu verzichten, das Gehalt von 15 auf 7 Millionen Euro zu halbieren, nur um wieder in Schwarz-Gelb aufzulaufen. Manchester United, Vertrag bis 2025, signalisierte: ablösefrei im Sommer, kein Problem. Die BVB-Bosse hatten sich geeinigt, die Fans wollten ihren Liebling zurück. Dann kam Elche, dann kam der Fall.
Die Parallele zu Julien Duranville ist unmissverständlich. Auch der Belgier stürzte bei der Klub-WM auf die Schulter, auch er fiel 119 Tage aus. Ein Scouting-Bericht, der jetzt wie ein Warnschrei klingt. Ricken und Book müssen umdisponieren, die medizinische Abteilung hat bereits angeforderte Unterlagen von Villa angefordert, ein Gutachten liegt noch nicht vor. Die Angst: Eine erneute Operation, ein halbes Jahr Pause, ein Gehalt, das trotz Verzicht teuer wird.
Sancho selbst war gerade erst wieder aufgeblüht. Drefer Assist in der Europa League gegen Lille, einer gegen West Ham, Zahlen, die den Marktwert nach oben schraubten. Jetzt droht der Absturz auf Null. Und mit ihm der Sommerplan des BVB, der eigentlich neben dem Flügelspieler noch einen Sechser und einen Stürmer wollte.
Die Ironie: Erst die unfreiwillige Pause bei United, dann die Leihe, nun die Verletzung – und alles nur, um wieder heimzukehren. Ob es noch ein drittes Mal schwarz-gelb wird, entscheidet sich nicht an der Gehaltsverhandlung, sondern an einem Röntgenbild in Birmingham. Die Saisonvorbereitung startet in acht Wochen, Sancho könnte noch immer auf dem Trainingsplatz stehen – oder auf der Tribüne. Für den BVB ist das ein Poker mit offenen Karten, aber geschlossener Geldbörse.
