San siro räumt für finalissima auf: spanien gegen argentinien in mailand?
Der Name ist Programm, und die Schau steht kurz bevor: Europameister Spanien trifft am 27. März auf Copa-Gewinner Argentinien – doch wo die Finalissima stattfindet, entscheidet sich erst in den nächsten Tagen. Mailand liegt vorn.
Krieg im mittleren osten versagt katar die show
Ursprünglich hatte man sich in Lusail auf Wiedersehen gefreut, dort, wo Lionel Messi 2022 die Weltmeisterschaft holte. Doch die Eskalation im Nahen Osten machte dem Millionen-Deal einen Strich durch die Rechnung. UEFA und CONMEBOL kramten binnen 48 Stunden Alternativen aus, die Fifa schaltete sich als Mittler ein – das Ergebnis ist ein Bieter-Dreikampf zwischen Mailand, Lissabon und Madrid.
Madrid wäre logisch, aber eben auch „parteiisch“. Die argentinische FA lehnte ab, weil Spanien als Titelverteidiger im eigenen Land spielen würde. Lissabons Estádio da Luz bietet geografische Mitte und politische Neutralität. Doch Milan hat den Zug der Olympischen Winterspiele 2026 noch frisch in den Eisen, die Stadtbehörden signalisieren Bereitschaft auf Biegen und Brechen, und San Siro, 1926 erbaut, strahlt nach wie vor genug Aura aus, um Fernsehbilder glühen zu lassen.

Inter und milan haben das stadion – und jetzt auch das sagen
Seit dem vergangenen Sommmer halben die Stadtrivalen die Mehrheit an der Arena. Die Klubbosse haben bereits grünes Licht gegeben, die Nuß liegt jetzt bei Infantino und den Rundfunkrechten: Doha pocht auf seinen Vertrag, die Europäer auf politische Stabilität. Die Entscheidung fällt vermutlich Anfang nächster Woche.
Lautaro Martínez drängt sich in diese Schlagzeilen regelrecht hinein. Sein Muskelbündelriss im Januar bremste ihn aus, doch auf den Trainingsvideos von Appiano Gentile sieht man ihn bereits wieder sprinten. Das Inter-Kapitänspärchen will – und soll – am 22. in Florenz zum Kader stoßen, um sich dann für Scalonis Liste zu empfehlen. Gestern flanierte Ex-Teamkollege Walter Samuel durch die Inter-Hauptquartiere, heute sitzt Diego Milito auf der Tribüne – sie alle wissen: Ein Auftritt im Giuseppe-Meazza-Stadion wäre Heimspiel für Lautaro und Marketing-Gold für den Veranstalter.
Der Countdown läuft. Wenn die politischen Fäden sich nicht verheddern, könnte der Sieger der Europäer gegen die Könige von Südamerika genau dort spielen, wo schon Inzaghi, Matthäus und Maradona jubelten. Mailand wartet, San Siro räumt schon mal den Ehrenplatz frei.
