Sampaio wirft gleich drei spieler raus – mexiko trotzt der roten flut
Die Weltmeisterschaft 2026 ist noch keine Stunde alt, da steht der Rekord schon. Schiedsrichter Wilton Sampaio lässt im Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika gleich drei Profis mit Rot vom Platz marschieren – ein Feuerwerk, das selbst das berüchtigte Achtelfinale von Nürnberg 2006 alt aussehen lässt.
Die zahlen lügen nicht
Zuvor hatte nur ein einziges WM-Spiel vier Platzverweise erlebt – jenes 1:0 Portugals gegen die Niederlande vor 20 Jahren. Doch dort waren es noch zwei Gelb-Rote und zwei Rote Karten, verteilt auf beide Teams. Heute Nacht in Mexiko-Stadt zeigt Sampaio dreimal glatt Rot, alle gegen Südafrika oder Mexiko, und das alles vor der 70. Minute.
Die Chronologie des Chaos: César Montes rastet in der 31. Minute gegen Themba Zwane aus und sieht Rot. Zwane selbst fliegt nur zwölf Minuten später nach einem Ellbogencheck. Den Schlusspunkt setzt Yaya Sithole, der in der 66. Minute sein Team zu zehnt lässt. Das Stadion tobt – nicht vor Begeisterung, son vor Empörung.

Ein eröffnungsspiel wie ein boxkampf
Die Partie endet 2:0 für den Co-Gastgeber, doch die Torschützen stehen schon lange nicht mehr im Mittelpunkt. Mexiko feiert den Sieg, Südafrika beschimpft den Schiedsrichter. Dabei hätte die Statistik bereits gewarnt: Drei Rote Karten in einem WM-Spiel gab es zuletzt gleich zwei Mal 2006 – Italien gegen die USA und Kroatien gegen Australien. Die WM in Deutschland bleibt also die Rekord-Meisterschaft mit 28 Platzverweisen insgesamt.
Sampaio, sonst eher für zurückhaltende Linie bekannt, begründet seine Entscheidungen mit „klarer Tätlichkeit“ und „Groben Unsportlichkeiten“. Die FIFA wird nun prüfen, ob die Sperren erhöht werden. Für Südafrika droht gegen Spanien in fünf Tagen ein Notfall-Kader, Mexiko muss auf Abwehrchef Montes verzichten.
Die WM 2026 hat ihr erstes Kapitel geschrieben – und es liest sich wie eine Kampfsport-Chronik. Die nächsten Teams sind gewarnt: Wer den roten Nebel nicht kontrolliert, fliegt früh nach Hause.
