Salomons albtraum in villarreal: hass, ausgrenzung und vertrauensverlust

Ein kurzes, aber intensives Martyrium erlebte der israelische Nationalspieler Manor Solomon bei seinem Intermezzo beim FC Villarreal. Seine Offenbarungen gegenüber Sport 5 sind ein erschütternder Bericht über Hass, Ausgrenzung und den Zusammenbruch seines Vertrauens in den Verein – und werfen ein düsteres Licht auf die Arbeitsbedingungen in der spanischen Liga.

Die bittere realität hinter der champions-league-bühne

Solomon schildert, wie er nach der Verpflichtung durch Villarreal auf eine erschreckende Isolation stieß. Anders als in der englischen Premier League, wo er sich bei seinen vorherigen Stationen stets willkommen und unterstützt fühlte, erlebte er in Spanien nahezu völlige Kommunikationslosigkeit seitens des Vereins. „In England erhält man sofort Nachrichten vom Pressesprecher, dem Manager, dem Arzt… Man ist eingebettet. In Spanien sprach niemand mit mir, außer der Trainer, der Englisch sprach.“ Die Hilfe seines Beraters Pini Zahavi, der einen israelischen Mitarbeiter in Spanien hatte, war offenbar überlebensnotwendig.

Der Hass der Fans und die kalte Schulter im Team Doch die Isolation beschränkte sich nicht nur auf den Verein. Solomon wurde mit einer Flut von Hassnachrichten konfrontiert, die von Wünschen nach seinem Tod bis hin zu beleidigenden Äußerungen über seine Frau reichten. Besonders traumatisch war ein Vorfall im Auswärtsspiel gegen Sevilla, wo ihm Ultras eine palästinensische Flagge vor die Nase hielten und eine israelische Flagge mit Blut beschmierten. „Sie haben keine Ahnung, was wir durchmachen, was wirklich passiert“, klagt Solomon.

Im Mannschaftskader spürte er ebenfalls eine Distanz. Ein marokkanischer Mitspieler verweigerte ihm die Hand und vermied Umarmungen nach Toren. „Das ist seine Entscheidung“, kommentiert Solomon, doch die Geste unterstreicht die schwierige Atmosphäre, der er ausgesetzt war.

Der vertrauensverlust und das frühe ende

Der vertrauensverlust und das frühe ende

Die fehlende Wertschätzung und das negative Umfeld zogen Solomon tief in den Abgrund. „Ich wollte nicht bleiben. Mental habe ich es sehr schwer gehabt, von Anfang an. So etwas ist mir noch nie in einem anderen Verein passiert.“ Er erlebte eine Phase tiefer Depression und konnte weder den Trainingsbetrieb noch die restliche Umgebung genießen. Ein weiterer Tiefpunkt war die Nicht-Berücksichtigung in wichtigen Spielen gegen Juventus und Real Madrid, obwohl er zuvor mit einem Tor und einer Vorlage überzeugt hatte. „Da habe ich verstanden, dass der Trainer kein Vertrauen in mich hat.“

Solomons Geschichte ist ein beklemmendes Beispiel für die Schattenseiten des Profifußballs und die psychische Belastung, der Athleten ausgesetzt sein können. Sein Bericht sollte eine Mahnung sein, dass sportlicher Erfolg nicht über alles gestellt werden darf und dass die menschliche Würde jedes Einzelnen respektiert werden muss – unabhängig von Nationalität oder Glauben. Die spanische Liga muss dringend Maßnahmen ergreifen, um Rassismus und Hass im Umfeld der Vereine zu bekämpfen und eine Kultur der Toleranz und des Respekts zu fördern.