Salihamidzic blickt zurück: schock, aber keine rachegefühle

Ein überraschendes Ende und ein unerwarteter Abschied: Hasan Salihamidzic, ehemaliger Sportvorstand des FC Bayern, hat im „Sport1 Doppelpass“ erstmals ausführlich über seine Freistellung im Mai 2023 gesprochen. Der Schock sitzt tief, doch Groll gegen den Rekordmeister? Offenbar nicht.

Die plötzliche trennung und die meisterschaft

Die Nachricht von seiner Entlassung traf Salihamidzic kurz vor dem Saisonfinale gegen den 1. FC Köln wie ein Blitz. „Klar war das ein Schock“, räumte er ein. „In dieser Zeit entlassen zu werden oder sich zu trennen, das ist natürlich nicht einfach. Die Vorzeichen waren überhaupt nicht da, das wurde im letzten Moment entschieden.“ Dennoch zeigte der 49-Jährige Größe: Er reiste mit der Mannschaft nach Köln und feierte die Meisterschaft – ein Beweis seines unbedingten Einsatzes für den Verein.

Was wenige wissen: Salihamidzic hegte trotz der abrupten Trennung keine negativen Gefühle gegenüber dem FC Bayern. „Ich bin ein großer Fan des FC Bayern“, betonte er. „Ich habe hier die beste Zeit meines Lebens als Spieler verbracht, dann war ich sechs Jahre Sportdirektor und Vorstand. Diesem Klub kann man nicht böse sein.“

Ein herzensangelegenheit und die normalisierung des verhältnisses

Ein herzensangelegenheit und die normalisierung des verhältnisses

Die Beziehung zu den Bayern-Bossen soll sich mittlerweile wieder normalisiert haben, auch wenn die Verarbeitung des Aus’ einige Zeit in Anspruch nahm. „Es ist sehr, sehr gut“, so Salihamidzic. „Ich bin auch nur ein Mensch, ich hab da auch meine Probleme gehabt, weil es einfach eine Herzensangelegenheit ist, diesen Klub zu begleiten. Vielleicht hab ich ihm manchmal mehr gegeben, als ich hätte sollen. Deswegen hab ich vielleicht auch ein bisschen länger gebraucht, um mich davon zu erholen.“ Seine Leidenschaft für den FC Bayern war offensichtlich, und er gesteht ein, dass er sich möglicherweise zu sehr investiert habe.

Die Vergangenheit ist aufgearbeitet, und Salihamidzic blickt optimistisch in die Zukunft. Er ist offen für ein Comeback im Profifußball und könnte bald wieder an der Seitenlinie stehen. Die Fußballwelt wird gespannt sein, wo er sein Fachwissen und seine Erfahrung einbringen wird. Die Zahl, die im Raum steht: Salihamidzic soll bereits erste Gespräche mit mehreren Vereinen geführt haben.