Salah zieht nach neun liverpool-jahren blank: saudis winken, klopp lacht
Mohamed Salah packt die Koffer. Nach 346 Toren in neun Jahren verlässt der Ägypter den FC Liverpool – und das ohne Streit, ohne Ablöse, ohne Tränen. Die Bombe platzte am Dienstagabend, obwohl der Vertrag eigentlich bis 2027 läuft. Die Botschaft: Wir trennen uns, bevor wir uns hassen. Ein Luxus, den sich nur Legenden leisten können.
Die wende kam gegen galatasaray
Noch im Dezember hatte Salah in einem TV-Interview den Klub halb zu Grabe getragen. Das Tischtuch schien zerschnitten. Dann schoss er gegen Galatasaray zwei Tore, lachte sich durch die Mixed Zone und schickte später eine Sprachnote an die Fans: «Ihr werdet immer meine Familie sein.» Klopp, der mittlerweile im Ruhestand sitzt, soll bei der Nachricht geschmunzelt haben: «Typisch Mo – er trifft sich mit sich selbst ins Tor.»
Die Zahlen sind monströs: 346 Tore, 140 Vorlagen, vier Premier-League-Tore in Folge gegen Manchester United. Doch Zahlen allein machen keine Legende. Salah wurde zur Ikone, weil er in jedem zweiten Spiel ein Tor erzielte, das sich wie ein Gedicht las. Das 3-2 gegen Tottenham, das 5-2 gegen Roma, das 4-0 gegen Barcelona – all diese Spiele sind inzwischen Teil der DNA des Klubs.

Saudi-arabien liegt auf der lauer
Die heißeste Spur führt nach Riad. Al-Ittihad hatte 2023 bereits 175 Millionen Euro geboten und war damals abgeblitzt. Jetzt kostet Salah nichts. Und Al-Ittihad braucht einen Ersatz für Karim Benzema, der nach Al-Hilal abgewandert ist. Die Gehaltsliste dort: 100 Millionen Euro netto pro Jahr. Ein Betrag, der selbst Salahs Berater Ramy Abbas zum Schweigen bringt: «Wir wissen nichts – und das ist auch gut so.»
Die MLS lauert ebenfalls. Chicago Fire und New York City FC haben bereits Koffer voller Dollar bereitgelegt. Don Garber, Commissioner der MLS, trieb den Hype zusätzlich an: «Wenn Mo anruft, legen wir den Roten Teppich bis nach Kairo aus.» Ob Salah nach sieben Jahren Liverpool-Derbys plötzlich in der Hudson River Rivaläre antreten will, steht auf einem anderen Blatt.
Europa ist dagegen so gut wie aus. Real Madrid hat Vinícius, Bellingham und Mbappé – wer sollte da noch rechts außen spielen? Barça zahlt lieber für TikTok-Stars als für 33-jährige Flügelspieler. Paris hat sich von Galaktikos verabschiedet und setzt auf 19-jährige Franzosen. Ein Wechsel innerhalb der Premier League würde Salah bei Anfield zum Feindbild machen. Und das will er nicht. Er will verehrt werden, nicht verbrannt.

Letzte titel statt goldener käfig
Die Saison ist noch nicht vorbei. Liverpool jagt das Double: Champions League und FA Cup. Salah wird bis zum Sommer bleiben, vielleicht noch ein letztes Mal jubeln, noch ein letztes Mal den Schal über den Kopf ziehen. Dann fliegt er – nicht wie ein Vogel, sondern wie ein Phönix. Weg vom Gewohnten, hin zum Goldenen. Die Wüste ruft, das Gras wird gelb. Und die roten Schuhe? Die behält er. Als Erinnerung an eine Zeit, in der er jeden Gegner in die Knie zwang – und sich selbst in die Herzen der Fans.
