Safe sport: unabhängiges zentrum gegen missbrauch endlich da!
Nach jahrelangen Diskussionen und immer wieder öffentlich gewordenen Fällen von Gewalt im Sport ist es endlich so weit: Das Zentrum für Safe Sport nimmt im Frühjahr 2027 seine Arbeit auf. Ein Meilenstein für den deutschen Sport, der endlich eine unabhängige Instanz bietet, um Vorwürfe von Missbrauch und Machtmissbrauch zu prüfen und aufzuarbeiten.

Ein lang ersehntes signal an betroffene
Die Entscheidung der Bundesregierung und der Länder, das Zentrum mit Sitz in Kassel zu gründen, kommt nicht überraschend. Die wiederholten Skandale innerhalb des organisierten Sports – von sexueller Belästigung bis zu psychischem Druck – haben die Notwendigkeit einer solchen Struktur unübersehbar gemacht. Wer Gewalt erlebt, kann nun darauf vertrauen, dass seine Anliegen unabhängig und konsequent behandelt werden. Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein betonte bei der Gründungsveranstaltung in Berlin, dass das Zentrum eine wichtige Hürde überwindet: „Es schafft erstmals eine unabhängige Institution außerhalb der bestehenden Sportstrukturen.“
Der Impuls für diese Veränderung kam von den Athleten selbst. Athleten Deutschland, ein unabhängiger Verein, hat sich vehement für das Zentrum eingesetzt und die Bundesregierung nun für die Umsetzung gelobt. Geschäftsführer Johannes Herber äußerte sich erleichtert: „Wir sind dem Ziel, Betroffenen Zugang zu unabhängigen Untersuchungs- und Disziplinarverfahren zu verschaffen, ein bedeutendes Stück näher gekommen.“
Doch es ist nur der Anfang. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßte die Gründung zwar ausdrücklich, wies aber auch darauf hin, dass bereits viele Maßnahmen im organisierten Sport ergriffen wurden, um Gewalt vorzubeugen. Michaela Röhrbein aus dem Vorstand betonte, dass das Zentrum diese Bemühungen ergänzt – um eine notwendige, unabhängige Komponente erweitert.
Das Zentrum wird nicht nur als Untersuchungs- und Disziplinarinstanz fungieren, sondern auch Standards für Prävention, Intervention und Aufarbeitung entwickeln und Sportorganisationen bei deren Umsetzung unterstützen. Herber betonte die Bedeutung der Transparenz und der Einbindung aller Beteiligten, insbesondere der Betroffenen, um das Vertrauen in die neue Institution zu stärken. Das neue Sportfördergesetz soll hierbei eine Schlüsselrolle spielen, indem die Umsetzung des Safe Sport Codes zu einer verbindlichen Fördervoraussetzung für Verbände gemacht wird.
Die Athleten mahnen weiterhin zur Wachsamkeit. Der Safe Sport Code, der im Dezember 2024 auf der DOSB-Mitgliederversammlung verabschiedet wurde, muss nun zügig von Spitzenverbänden und Landessportbünden implementiert und in ihre Mitgliedsorganisationen integriert werden. Theresa Schopper, Vorsitzende der Sportministerkonferenz der Länder, fasste es treffend zusammen: „Die Gründung des Zentrums ist kein Abschluss, sondern der Beginn einer neuen Etappe.“
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neuen Strukturen tatsächlich mit Leben gefüllt und die notwendige Vertrauensbasis geschaffen werden kann. Denn die Geschichte hat gezeigt: Gute Absichten allein reichen nicht aus. Es bedarf konsequenter Umsetzung und einer unerschütterlichen Haltung gegen jede Form von Gewalt und Missbrauch im Sport.
