Russlands leichtathletik: neuer cas-anlauf trotz sperre!
Ein erneuter Schlagabtausch vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) steht bevor: Der russische Leichtathletikverband (RusAF) hat Klage gegen die anhaltende Sperre seiner Athleten für internationale Wettbewerbe eingereicht. Nur wenige Tage nach der Wiederzulassung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) wittert RusAF nun eine neue Chance, die Verbannung aufzuheben – ein riskanter Schachzug angesichts der hartnäckigen Haltung von World Athletics.

Die begründung: diskriminierung und missachtung russischer interessen
RusAF argumentiert, die Sperre, die bereits seit November 2015 besteht, sei diskriminierend und verletze „die grundlegenden Interessen der Leichtathletik in Russland“. Die Entscheidung von World Athletics, im Gegensatz zu anderen Sportverbänden, an der Sperre festzuhalten, wird scharf kritisiert. Die Eskalation der Situation ist umso bemerkenswerter, da Russland erst kürzlich vom IOC wieder aufgenommen wurde, was die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr auf die internationale Bühne geweckt hatte. Doch diese Hoffnung scheint nun erneut getrübt.
Die lange und komplizierte Geschichte der russischen Leichtathletik ist geprägt von Dopingvorwürfen und Sanktionen. Nach einem massiven Dopingskandal wurde der Verband im März 2023 zunächst wieder aufgenommen, doch der Bann aufgrund des Krieges gegen die Ukraine besteht seit März 2022 weiterhin, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Die Athleten mussten bereits in der Vergangenheit mehrfach vor dem CAS vorstellig werden, blieben jedoch stets ohne Erfolg.
Ein CAS-Verfahren zieht sich in der Regel über mehrere Monate, und selbst wenn RusAF ein Eilverfahren beantragt, ist eine schnelle Klärung unwahrscheinlich. Es bleibt abzuwarten, ob der CAS die Argumente des russischen Verbands berücksichtigt oder ob die Sperre weiterhin Bestand hat. Die Entscheidung wird nicht nur die Zukunft der russischen Leichtathletik, sondern auch das Verhältnis zwischen Russland und dem internationalen Sport prägen.
Während sich die juristischen Debatten hin und herziehen, verpassen junge Talente wie Gout Gout wichtige internationale Wettkämpfe, wie beispielsweise die U20-WM. Die Frage, wie lange diese Athleten auf eine faire Chance verzichten müssen, bleibt unbeantwortet.
