Russischer leichtathletikverband klagt vor dem tas gegen olympia-ausschluss

Die russische Leichtathletik hat genug. Nach zweieinhalb Jahren im internationalen Abseits zieht der Verband gegen World Athletics vor den Internationalen Sportgerichtshof – und riskiert damit eine weitere Spaltung im Weltverband.

Ein veto, das sich nicht bewegt

Der RusAF reichte am Donnerstag offiziell Beschwerde beim TAS ein. Begründung: Das seit Februar 2022 bestehende Startverbot für russische Athleten sei diskriminierend und schade den "grundlegenden Interessen" des Sports im Land. Die Formulierung klingt verzagt, doch dahinter steckt Kalkül.

Denn das Timing ist alles andere als zufällig. Nur Tage zuvor hatte das IOC Russland den Weg zu den Olympischen Spielen 2028 freigemacht – mit der schmerzhaften Einschränkung: Jede Einzelföderation behält das letzte Wort. Und World Athletics spricht es laut aus: Nein.

World athletics bleibt hart

World athletics bleibt hart

Während Schwimmer und Turner bereits unter russischer Flagge starten, verharrt die Leichtathletik in ihrer Position. Seit Kriegsbeginn hat der Verband unter Präsident Sebastian Coe jede Öffnung blockiert – auch als andere nachgaben.

Pierre Ducrey, Sportdirektor des IOC, beschrieb die Situation treffend: Das Bild des Weltalls ist "frakturiert". Zwischen Totalverweigerern und vollständiger Rehabilitation liegt ein Niemandsland, in dem russische Leichtathleten seit über 900 Tagen gefangen sind.

Der lange weg durch den tas

Der lange weg durch den tas

Ein Verfahren vor dem Lausanner Gericht dauert Monate. Drei Schiedsrichter müssen benannt werden, ein Termin für die mündliche Verhandlung gefunden. Eilige Entscheidungen sind die Ausnahme. Wer heute klagt, darf nicht vor 2025 mit einem Urteil rechnen.

Die Chancen stehen schlecht. World Athletics argumentiert seit Monaten mit der mangelnden Unabhängigkeit des russischen Verbandes von staatlicher Einflussnahme – ein Punkt, den der TAS in ähnlichen Fällen bereits anerkannt hat.

Die eigentliche Frage ist eine andere: Ob der RusAF mit dieser Klage wirklich Sieg will – oder nur Zeit schinden, um Druck aufzubauen. Denn je länger das Verfahren läuft, desto mehr wird über die Zukunft russischer Athleten gestritten, statt über ihre Vergangenheit zu schweigen.