Rüdigers raserei: jetzt droht ihm der wm-rauswurf

Antonio Rüdiger jagt mit dem Knie durch den Madrider Nachthimmel. 27. Minute, Estadio Bernabéu. Sein Gegenspieler Diego Rico liegt am Boden, bekommt das Bein des deutschen Abwehrspielers voll ins Gesicht. Der Schiedsrichter zückt Rot. Die Fans schreien. Die Bilder gehen um die Welt. Und wieder einmal steht Rüdiger da wie ein Außenseiter, der sich selbst ausschaltet.

Real madrid patzt – und rüdiger liefert den aufreger

Real Madrid verliert gegen Getafe, das erste Liga-Heimspiel seit 18 Jahren. Die Königlichen wirken ideenlos, aber der Haupttalkingpoint ist wieder einmal der Deutsche, der sich nicht unter Kontrolle hat. Es ist nicht das erste Mal, dass Rüdiger in einer Grenzsituation die Contenance verliert. Er ist zur tickenden Bombe geworden, ein Spieler, dessen Emotionen schneller eskalieren als seine Laufwege.

Die Liste seiner Eskapaden wird länger, je länger man sie betrachtet: Die Kopf-Ab-Geste im Derby gegen Atlético Madrid, die 40.000 Euro Geldstrafe nach sich zog. Der Versuch, im Pokalfinale den Schiedsrichter mit einer Taperolle abzuwerfen – sechs Spiele Sperre. Und dann dieses Foul, das nicht einmal mehr als Foul durchgeht, sondern als Attacke auf einen am Boden liegenden Gegner. Das ist nicht mehr „harte Arbeit“, das ist Selbstzerstörung.

Nagelsmanns stille liste – und ein name ganz oben

Nagelsmanns stille liste – und ein name ganz oben

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat angekündigt, auch Stars zu Hause zu lassen, wenn sie ihre Club-Rollen nicht sauber ausfüllen. Für Rüdiger ist das ein K.o.-Kriterium. Denn wo früher Stabilität war, ist jetzt nur noch Brisanz. Die Nationalmannschaft braucht keine Abwehr, die mit Gelb und Rot spielt, sondern eine, die spielt.

Mit Niklas Schlotterbeck und Jonathan Tah stehen zwei kompromisslos konstante Innenverteidiger bereit, die ihre Nerven besser im Griff haben. Rüdigers „Teamplayer-Image“ reicht nicht mehr, wenn man sich auf dem Platz regelmäßig wie ein Rüpel verhält. Die Mitspieler mögen ihn – aber sie müssen ihn nicht mehr ertragen.

Die Frage ist nicht, ob Rüdiger noch kann. Die Frage ist, ob er noch will. Oder besser: ob er endlich begreift, dass Selbstkontrolle keine Schwäche, sondern eine Tugend ist. Wer sich nicht ändert, fliegt raus – aus Madrid, aus der Nationalelf, aus der eigenen Legende.