Roy keane zerlegt alexander-arnold: „das ist müll!“

Trent Alexander-Arnold liefert Kylian Mbappé die perfekte Flanke, wird zum Hoffnungsträger von Real Madrid – und kassiert in derselben Nacht eine Rohkost-Behandlung von Roy Keane. Der Ex-Kapitän von Manchester United sieht im Engländer keinen Verteidiger, sondern ein Systemfehler auf zwei Beinen.

Keane platzt der kragen: „ich habe es satt“

41. Minute im Bernabéu, Stand 0:0. Luis Díaz spurtet auf die linke Seite, Serge Gnabry spielt den Steckpass. Alexander-Arnold reagiert einen Herzschlag zu spät, Díaz nimmt Tempo auf und netzt ein. Roy Keane kommt im CBS-Studio aus der Haut. „Das ist ein kindischer Fehler. Sich von Díaz überlaufen zu lassen, als wäre man gar nicht da? Das ist Müll! Ich bitte euch.“ Die Wut hat Methode. Für Keane ist Alexander-Arnold ein Paradebeispiel für die Modern-Akademie-Produkt: technisch versiert, aber defensiv unbelehrbar. „Er verteidigt immer noch, als hätte er noch nie in seinem Leben als rechter Außenverteidiger gespielt.“

Die Zahlen untermauern den Eindruck. In den letzten drei Champions-League-K.o.-Spielen kassierte Real Madrid fünf Gegentore, vier gingen über Alexanders Seite. Die Heatmap zeigt ein rechtes Bahnhofsfeld, in dem der 27-Jährige ständig zu spät ankommt.

Ein assist rettet nicht die reputation

Ein assist rettet nicht die reputation

Nach dem 0:2 schaltet Alexander-Arnold auf Playmaker-Modus. 73. Minute: Er zieht aus 35 Metern eine Hereingabe mit dem Außenrist, Mbappé fliegt ein und köpft zum 1:2 ein. Die Arena tobt, die Statistik sieht sofort besser aus. Doch Keane bleibt hart. „Vor dem Spiel reden alle über seine Pässe. Aber was ist mit den Basics? Verteidigen.“ Für den Iren zählt nur das Handwerk, und da hat der ehemalige Liverpool-Profi einen Riss in der Schüssel.

Alexander-Arnold selbst zieht sich nach dem Schlusspfiff in die Mixed Zone zurück. „Es wird eine riesige Aufgabe sein, in der Allianz Arena zu gewinnen, aber bei einem Verein wie diesem wachsen wir in solchen Momenten über uns hinaus“, sagt er mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, dass sein nächster Fehlgriff schon am Mittwoch die Saison beenden kann.

Die ironie: Ohne sein Offensivfeuer wäre das Rückspiel längst Makulatur. Mit seiner Defensiv-Leckage ist es das vielleicht trotzdem. Carlo Ancelotti muss sich entscheiden: Risiko Alexander-Arnold oder Sicherheit mit Lucas Vázquez. Die Antwort fällt in München, nicht im Fernsehen.