Ronaldo's kultfrisur: ein comeback fast 25 jahre später!

Es war ein Moment, der die Fußballwelt überraschte und in Staunen versetzte: Ronaldo, der brasilianische Superstar, präsentierte sich im Halbfinale der WM 2002 mit einer außergewöhnlichen Frisur. Eine Frisur, die nun – fast ein Vierteljahrhundert später – wieder für Gesprächsstoff sorgt.

Die geburt eines kults im wm-fieber

Zurück zum 26. Juni 2002. Die Erwartungen an Ronaldo waren immens, doch seine Leistung in der ersten Halbzeit des WM-Halbfinales gegen die Türkei ließ zu wünschen übrig. Kommentator Walter Casagrande warf dem damals 27-jährigen Angreifer offen vor, „wie mit einem Mann weniger zu spielen“, und selbst Trainer Mario Zagallo überlegte, ihn auszuwechseln. Der Druck war enorm, die Kritik laut.

Doch dann kam die Wende. In der 49. Minute traf Ronaldo mit einem präzisen Lupfer zum 1:0 – der Endstand. Ein Tor, das Brasilien ins Finale brachte und Ronaldo in den Olymp der Fußballgeschichte katapultierte. Er selbst erklärte später: „Ich konnte nicht mit der Innenseite meines Fußes schießen, also habe ich mit der Fußspitze abgezogen. Perfekt.“ Die britische Presse feierte ihn als „Zeh Gottes“. Was aber viele vergessen: Vor diesem entscheidenden Moment hatte Ronaldo eine schwere Zeit hinter sich.

Verletzungen und ein psychologischer trick

Verletzungen und ein psychologischer trick

Die Jahre 1997 bis 2002 waren geprägt von massiven Verletzungsproblemen. Ein schwerer Knieanfall im November 1999, gefolgt von einer 17-monatigen Rehabilitation, hatten ihn körperlich und mental an seine Grenzen gebracht. Die Nominierung für die WM 2002 erfolgte unter großem Zweifel. Und auch kurz vor dem Halbfinale kämpfte er noch mit Schmerzen – so sehr, dass er seinen Mannschaftsarzt Jose Luiz Runco aufforderte, ihn „für das nächste Spiel fit zu machen.“

Um den Druck von seinen Verletzungen abzulenken, griff Ronaldo zu einem ungewöhnlichen Trick: Er ließ sich kurz vor dem Halbfinale eine markante Frisur rasieren – ein Haardreieck oberhalb der Stirn bei sonst kahlrasiertem Kopf. „Ich war nervös, verärgert. Warum fängt er jetzt damit an?“, soll Trainer Scolari gesagt haben. Doch Ronaldo hatte einen Plan: Er wollte die Aufmerksamkeit von seiner Blessur auf seinen Look lenken.

„Ich war nur zu 60 Prozent fit, also habe ich mir den Kopf rasiert. Alle redeten nur über meine Verletzung. Als ich mit dieser Frisur zum Training kam, hörten alle auf, über die Verletzung zu reden“, gab er später zu.

Ein unerwartetes erbe lebt weiter

Ein unerwartetes erbe lebt weiter

Fast 25 Jahre später erlebt Ronaldos Kultfrisur ein überraschendes Comeback. DFB-Profi Jamie Leweling, der bei der WM 2026 überraschend mit der Rückennummer neun auflief, ließ sich von der Legende inspirieren und präsentierte sich in den sozialen Medien mit einer fotorealistischen Nachbildung der Frisur. Die Aktion des jungen Stuttgarters löste eine Welle der Begeisterung aus und erreichte sogar Ronaldo selbst, der ihm daraufhin ein Trikot schenkte.

Ronaldo hätte sich wohl kaum träumen lassen, dass sein Ablenkungsmanöver fast ein Vierteljahrhundert später noch immer für Furore sorgen würde. Die Fußballwelt feiert weiterhin den „Zeh Gottes“ und seine ikonische Frisur – ein Beweis dafür, dass manchmal ein bisschen Kreativität und Selbstironie mehr bewirken können als jede Taktik.