Romeo triumphiert auf dem gran camino: ein triumph der willenskraft!
Iván Romeo hat auf dem O Gran Camiño seine Rechnung beglichen. Nach dem bitteren Rückschlag im Einzelzeitfahren und dem Einsatz als bester Helfer für Carlos Canal zeigte der Spanier in Padrón eine Solofahrt von beeindruckender Präzision und ließ keinen Zweifel an seiner Überlegenheit.
Ein taktisches meisterwerk und die suche nach genugtuung
Romeo fuhr nach bewährter Formel vor: Er attackierte früh, setzte das Feld unter immensen Druck und entschied das Rennen mit einem entscheidenden Angriff für sich. Ein Sieg, der mehr als nur Punkte bedeutete – er war eine Genugtuung für den spanischen Meister. „Man fährt, um zu gewinnen; Punkte zu sammeln ist ein trauriger Trost“, erklärte Romeo nach dem Rennen und bewies damit, dass er in Padrón nicht um die Verteilung von Zusatzpunkten, sondern um den Sieg kämpfte. Er versteckte sich nicht und demonstrierte, dass er, auch wenn ihm vielleicht die absolute Topform für die Gesamtkonkurrenz gegen Yates fehlte, über einen unbändigen Willen verfügt, das Rennen nach seinen Vorstellungen zu gestalten.
Der dritte Saisonsieg, der sechste in seiner Karriere, ist ein Beweis für Romeo’s taktische Intelligenz und sein unerbittliches Streben nach Erfolg. Hinter ihm kamen Alessandro Pinarello als Zweiter ins Ziel, der sich damit das Führungstrikot sicherte, und Abel Balderstone, der mit starker Leistung den dritten Platz belegte und weiterhin gut in der Gesamtwertung platziert ist.

Die entscheidenden momente am pico muralla
Bereits am Pico Muralla (10,7 km mit 3,8% Steigung) deutete sich an, dass die Entscheidung in dieser Etappe nicht im Gesamtklassement, sondern im Kampf um den Tageserfolg liegen würde. Movistar legte mit einer frühen Attacke früh den Grundstein, um die Führung von Ricardo Reis zu brechen und das Feld zu sortieren. Die Favoriten reagierten prompt: Yates, Nordhagen, die beiden Fahrer von NSN, Pinarello und Bennett sowie der kämpferische Balderstone schlossen sich dem Angriff an. So entstand ein stark reduziertes Feld, in dem sich ein Duell der Giganten entwickelte: Zwei spanische Champions im direkten Vergleich um den Sieg.
Am Intervall-Sprint in Formarís griff Yates an, doch Nordhagen konnte sich behaupten und übernahm das virtuelle Gelbträger-Trikot. Der nächste Sprint in Dodro offenbarte bereits die Entschlossenheit von Romeo. Der Movistar-Fahrer bewies einmal mehr seine Klasse im Ausreißerfahren – ähnlich wie im Dauphiné 2025 gegen Van der Poel. Er dosierte seine Kräfte, eliminierte Gegner und entschied elf Kilometer vor dem Ziel, dass Balderstone und Pinarello nicht mehr für ihn entscheidend waren. Mit festem Blick und entschlossenen Ellbogen sicherte er sich seinen dritten Saisonsieg.
Nordhagen übernimmt nun die Gesamtführung, während Romeo als strahlender Solist in Padrón jubelte. Die Frage, die im Raum steht: Warum bekommt er diese Freiheit nicht auch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich?
