Rome rastet aus: rallycross im schatten des kolosseums

Vom 3. bis 5. Juli verwandelt sich Rom in eine 280 km/h-Schnellstraße. Der Rally di Roma Capitale rollt quer durchs Zentrum, taucht am Petersdom auf und feiert am Kolosseum – alles genehmigt, alles live.

Ein kraftakt zwischen ruinen und reifen

Max Rendina lacht nicht, wenn er sagt: „Rom in drei Tage zu bändigen ist wie einen Formel-1-Wagen durch ein Museum zu lenken.“ Gemeint ist die Logistik. 180.000 Nieten im Asphalt müssen vorab geprüft werden, damit 160 Rally-Teams nicht im Kopfsteinpflaster stecken bleiben. Drei Ikone prägen die Strecke: Geschichte am Kolosseum, Ratio im EUR, Spiritualität am Petersdom. Dazwischen liegen 14 Wertungsprüfungen, die bis nach Rieti und Viterbo führen.

Rendina hat sie alle überzeugt: Minister Andrea Abodi nickt, CONI-Präsident Luciano Buonfiglio unterschreibt, und der römische Sport-Assessor Alessandro Onorato liefert das Bonus-Argument: jedes Bild, das die Tricolore über der Engelsburg zeigt, ist Werbung für ganz Italien.

Freitagabend: showdown im kolosseum

Freitagabend: showdown im kolosseum

Am Freitagabend startet die Parade vom EUR zum Kolosseum. Um 20 Uhr fällt das Startsignal in der Via degli Annibaldi, danach Sprint über 2,45 km rund um das Amphitheater. Die Tribünen sind längst ausverkauft, 25.000 Tickets weg. „Das ist kein Event, das ist Emotion pur“, poltert Rendina.

Samstag geht’s hinaus in die Berge, Sonntag zurück in die Stadt. Um 18.30 Uhr landen die Frecce Tricolori über der Via della Conciliazione. Nie zuvor stand ein Rally-Podest vor dem Petersdom. Papst Franziskus bekommt ein Ohrfeigen-Spektakel, ohne dass ein Kardinal protestiert.

Die zukunft liegt in der ciociaria

Die zukunft liegt in der ciociaria

2027 soll die Strecke erneuert und in die Ciociaria ausgeweitet werden. Rendina packt es an: „Rom ist nicht nur Kolosseum und Cappuccino, Rom ist Asphalt, Adrenalin und Ackerflur.“ Die Zahlen sprechen für ihn: 30 Millionen Euro Umsatz erwartet die Stadt, 1.200 Hotelbetten sind gebucht, die FIA und der italienische Rally-Verband SPARCO strecken die Daumen nach oben.

Der Countdown läuft. Wer in der Via della Conciliazione steht, sieht am Sonntagabend nicht nur Autos, sondern 2.000 Jahre Geschichte, die im Rückspiegel verschwinden. Und wer nicht dabei ist, verpasst den Moment, in dem ein Citroën C3 Rally2 vor dem Petersdom driftet – mit Segen obendrauf.