Roma eröffnet das padel-jahr: titel oder albtraum
Die Gladiatoren kehren zurück – nur dass diesmal kein Sand, sondern ein glasierter Betonboden unter ihren Sohlen knirscht. Am Mittwoch startet im Foro Italico das erste Major der Premier-Padel-Saison 2026, und die Lage könnte brisanter kaum sein: vier Titelaspiranten, zwei Favoriten-Duos, eine einzige Krone. Wer in Rom stolpert, verliert im Sommer vorzeitig den Anschluss.
Fede und ale spielen mit dem feuer
Fpätestens seit dem Final-Double in Asunción wissen alle: Federico Chingotto und Ale Galán sind die heißeste Paarung des Planeten. Vier Finals in Folge, vier Siege – darunter drei gegen dieselben Gegner, die sie nun in Rom wieder erwarten. Die Zahlen sprechen laut: 78 % Erfolgsquote im Jahr, aber noch kein Major-Titel. Das Duo ist gefangen zwischen Selbstvertrauen und Furcht, denn ein früher Ausfall würde die Spitzenposition in der Race sofort ins Wanken bringen. Schon in Runde eins lauern Libaak/Chozas, ein Duo, das in den letzten beiden Turnieren nur knapp am Halbfinale vorbeischrammte.

Coello und tapia: königliche regelmäßigkeit, aber nur zwei krönchen
Arturo Coello und Agustín Tapia sind die Maschine der Serie: seit 13 Monaten kein Final-Ausfall, sieben Finalteilnahmen in 2026, aber nur zwei Pokale. Die Statistik klingt absurd, ist aber symptomatisch für eine Saison, in der Dominanz nicht automatisch Gold bedeutet. Ihr Weg führt über Abbate/Montiel, dann potenziell García/Jiménez und Garrido/Bergamini. Kein leichtes Los, aber auch keine Begegnung mit den Top-Favoriten vor den Halbfinals. Die Voraussetzung: Sie müssen endlich ihre Chancen im fünften Satz nutzen, wo sie in diesem Jahr bereits dreimal kippten.

Perlas und beas machtdemonstration
Auf der Damenseite herrschen Paula Josemaría und Bea González mit eiserner Hand. Fünf Turniersiege nacheinander, darunter der prestigeträchtige Master Final – die „Perlas“ haben das Feld längst in Silber getaucht. Doch die Königinnen tragen die Last der Erwartung: Ein frühes Aus würde Gemma Triay und Delfi Brea wieder ins Rennen werfen. Die Titelverteidigerinnen starten gegen Rufo/Castelló, müssen aber bereits im Viertelfinale gegen Icardo/Jensen ihre Nerven beweisen. Die Halbfinals winken Fernández/Araujo, ein Duo, das ihnen in diesem Jahr schon zweimal die Show stahl.

Neue paare, alte rivalitäten
Rom wird auch zum Debüt-Ball. Paquito Navarro und Martín Di Nenno feiern ihre Wiedervereinigung, müssen aber direkt gegen Goñi/Alonso ran – ein Duell der Generationen. Fran Guerrero und Javi Leal starten ihre zweite gemeinsame Saison und landen prompt im Fadenkreuz von Galán und Chingotto. Die Geschwindigkeit des Foro Italico wird zur Wildcard: Die Außentemperaturen jenseits der 30 Grad und die glasierte Oberfläche beschleunigen den Ball um bis zu 15 %. Luftakrobaten wie Juan Lebrón und Andrea Ustero könnten hier zum X-Faktor werden.
Rom entscheidet über den sommer
In sieben Tagen wird klar, wer den Takt in der Premier-Padel-Saison vorgibt. Die Gewinner erhalten nicht nur 2.000 Punkte, sondern auch die mentale Klarheit für den anstehenden Saison-Marathon. Die Verlierer? Sie reisen mit einem Fragezeichen in den Gepäckraum. Denn wer in Rom aneckt, wird im Sommer nicht mehr aufholen können. Die Gladiatoren haben ihre Sandalen geschnürt – jetzt heißt es: Titel oder Tempelverlassen.
