Roland garros ohne sinner & alcaraz: jetzt stürzt die tennis-welt ins chaos
Knall. Erst Sinner raus, jetzt herrscht Vakuum. Die Könige sind gefallen, das Königreich offen. Roland Garros 2026 beginnt erst richtig – und niemand wagt mehr eine Prognose.
Zverev trägt die last, aber trägt er sie aus?
Der Logik nach müsste Alexander Zverev jetzt marschieren. Platz drei der Welt, drei Slam-Finals im Koffer, 29 Jahre alt – die Mathematik lacht. Nur: Mathe kennt keine Nerven. Nach den Pleiten in New York und Paris ist die Frage nicht mehr, ob er kann, sondern ob er sich selbst erlaubt, es zu wollen. Das Raster der letzten 30 Monate lügt nicht: Seit US Open 2023 haben nur Sinner und Alcaraz Major-Titel geholt. Ohne diese beiden wirkt der Turnierplan wie ein Kreuzworträtsel ohne Lösungswort.
Das Fundament bebt. Die Wettbüros schrauben die Quoten neu – und verzweifeln. Novak Djokovic schaut auf, 39 Jahre alt, 24 Trophäen im Schrank. Der Serbe hat Melbourne überrascht und in Paris schon drei drei Mal gefeiert. Seine Reduktion auf die Großen ist kein Geheimnis; seine Konzentration auf den Punkt trotzdem erstaunlich. Wenn er morgen gegen Fonseca durchkommt, trifft er eventuell schon im Achtelfinale auf Casper Ruud. Der Norweger kennt die Final-Sonne von Roland Garros zweimal aus nächster Nähe, doch die 16. Weltposition verrät: Diesmal ist er Außenseiter, nicht Anwärter.

Jodar, cobolli und die wilde karte
Weit ab von den alten Bekannten glüht ein neuer Stern. Rafael Jodar, 19, Spanien. Rang 168 im Januar, Rang 29 jetzt. Marrakech gewonnen, Barcelona halbfinale, Madrid und Roma Viertelfinale – die Kurve zeigt senkrecht nach oben. Erstes Paris-Debüt, dritter Sieg schon sicher, morgen gegen Michelsen die Chance auf das Achtelfinale. Dahinter lauert Flavio Cobolli, 24, italienische Antwort auf das Chaos. Nach schwachen Leistungen in Rom und Hamburg könnte die terre battue seine Bühne werden. Er spielt in der oberen Hälfte – der, die Sinner verlassen hat.
Francisco Cerundolo jagt als zweiter Argentinier die Erinnerung an seinen Bruder, der Sinner aus dem Turnier warf. Platz 26, Kämpferherz, aber fehlende Form. Eine Handvoll Außenseiter, ein Favorit mit Fragezeichen, ein Altstar mit letztem Biss – so offen war ein Slam seit Jahren nicht.
Die Gewissheit: Am Ende steigt jemand auf den Thron, der ihn nie berührt hat. Das ist keine Vorhersage mehr, das ist ein Versprechen.
