Rodrygo reißt sich das kreuzband – wm-traum zerstört

Ein einziger Dribbling, ein Schlag, ein Knall – und alles ist aus. Rodrygo liegt auf dem Rasen von Getafe, hält sich das rechte Knie, Real-Madrid-Doktoren eilen herbei, und schon wissen alle: Das wird teuer. Der Brasilianer hat sich das vordere Kreuzband gerissen, fällt für den Rest der Saison aus und wird auch die WM im Sommer verpassen. 21 Millionen Follower lasen am Sonntagabend seinen Instagram-Post, in dem er von „dem schlimmsten Tag meines Lebens“ schreibt.

Comeback wurde zur falle

Nur 13 Minuten hatte Rodrygo am Samstag gespielt, nach 24 Tagen Pause wegen einer Sehnenentzündung. Er sollte frischen Wind ins Spiel bringen, stattdessen riss er sich bei einer Tempo-Aktion das Kreuzband. Die Partie beendete er noch, mit Schmerzen, aber ohne zu ahnen, dass er gerade seine Karriere für Monate auf Eis gelegt hatte. Die Diagnose folgte am Sonntagmorgen, die Konsequenz ist gnadenlos: keine Champions-League-K.o.-Phase, keine Clásicos, keine WM in den USA.

Für Real Madrid bedeutet der Verlust des 23-Jährigen einen herben Schlag im Rennen um Titel. Rodrygo war neben Vinícius der einzige Außenstürmer, der gleichermaßen dribbeln, pressen und treffen kann. Ancelotti muss nun auf das unerfahrene Duo Álvaro Rodríguez und Gonzalo García zurückgreifen oder das System umstellen. Der Klub bestätigte, dass die Operation in den nächsten Tagen in Madrid erfolgt, anschließend warten sechs bis neun Monate Reha.

Glaube statt selbstmitleid

Rodrygo selbst schreibt nicht wie ein Opfer, sondern wie ein Gläubiger. „Vielleicht war das Leben in letzter Zeit ein wenig grausam zu mir. Aber wie viele wunderbare Dinge durfte ich schon erleben, die ich ebenso wenig verdient habe?“ Der evangelikale Christ interpretiert die Verletzung als Prüfung, nicht als Strafe. Er verspricht, „stark zu sein, wie immer“, und kündigt an, mit Brasilien 2026 wieder angreifen zu wollen. Die Fans antworteten mit mehr als fünf Millionen Likes – ein Rekord für einen Verletzungs-Post in LaLiga.

Die WM ohne Rodrygo wird für Brasilien ein Puzzle. Trainer Dorival Júnior hatte den Flügelflitzer als Joker eingeplant, der in der Schlussphase mit Tempo und Trickserien müde Abwehrreihen zerreißen soll. Nun rückt Savio von Girona in den Fokus, ein Spieler mit ähnlichem Profil, aber ohne Rodrygos Erfahrung auf europäischer Bühne. Die Seleção hat in den letzten drei Turnieren immer mindestens ein Kreuzbandopfer verkraftet müssen – Neymar 2014, Dani Alves 2018, jetzt Rodrygo 2025. Muster erkennen wollen die Fans nicht.

Real Madrid wird in den kommenden Wochen jeden Cent abschätzen, den der Ausfall kostet: Gehaltsfortzahlung, Prämienausfall, mögliche Transfergelegenheiten. Die Klubführung um Präsident Florentino Pérez hat aber schon signalisiert, dass man Rodrygo keinen Druck machen wird. Die Karriere des Spielers steht über kurzfristigen Erfolg. Der Brasilianer selbst hat nur einen Termin im Kopf: den ersten Trainingstag 2026, wenn die Sonne über Valdebebas wieder länger brennt und das Gras wieder saftig grün ist. Dann will er dribbeln – und diesmal ohne Knall.