Rodrygo reißt sich das kreuzband – wm-traum zerplatzt

Es hätte kaum schlimmer kommen können. Rodrygo betritt das Feld in der 55. Minute, Real Madrid liegt 0:1 gegen Getafe zurück, und wenige Augenblicke später knickt der Brasilianer unglücklich an der Seitenlinie um. Das Knie gibt nach. Der Schmerz ist ihm ins Gesicht geschrieben – und doch beißt er auf die Zähne, spielt weiter, köpft in der 80. Minute fast noch den Ausgleich. Fast. Keeper David Soria kratzt den Ball mit den Fingerspitzen von der Linie. Eine Szene, die im Rückblick fast surreal wirkt.

Die diagnose trifft wie ein schlag

Am Dienstagmorgen dann die Gewissheit: Riss des vorderen Kreuzbandes, dazu ein Riss des äußeren Meniskus im rechten Knie. Mehrere Monate Pause. Real Madrid bestätigte es offiziell am Dienstagnachmittag – nüchtern, knapp, vernichtend.

Was dabei untergeht: Rodrygo war gerade erst zurückgekehrt. Nach einer Sehnenentzündung, nach Wochen der Abstinenz. Das Stadtderby gegen Getafe sollte ein Neustart sein. Es wurde sein vorläufiges Ende.

Eine saison, die längst nicht funktioniert hat

Eine saison, die längst nicht funktioniert hat

Die Zahlen erzählen eine Geschichte, die man nicht schönreden kann. In der laufenden La-Liga-Saison stand Rodrygo in gerade einmal sechs Partien von Beginn an auf dem Platz. Insgesamt 19 Ligaeinsätze, dazu fünf in der Champions League – und wettbewerbsübergreifend magere 3 Tore in 27 Auftritten. Für einen Spieler, der einst als einer der aufregendsten Flügelstürmer Europas gehandelt wurde, ist das eine bittere Bilanz.

Brasiliens Nationaltrainer Carlo Ancelotti – sein früherer Coach bei Real – hatte noch im November an ihn geglaubt. Gegen den Senegal und gegen Tunesien stellte er ihn in die Startelf der Selecao. Jetzt ist auch die WM Geschichte. Die Verletzung schließt eine Teilnahme am Turnier kategorisch aus.

Real madrid blutet weiter aus

Real madrid blutet weiter aus

Für die Königlichen kommt diese Nachricht zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Kylian Mbappé fehlt bereits auf unbestimmte Zeit. Außenstürmer Franco Mastantuono sah gegen Getafe die Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung und wird am Freitagabend beim Auswärtsspiel in Vigo (21 Uhr) ebenfalls nicht zur Verfügung stehen.

Die Offensive von Real Madrid gleicht dieser Tage einem Lazarett. Und während die Verantwortlichen nach Lösungen suchen, liegt Rodrygo mit dem Wissen da, dass seine Saison – und sein WM-Traum – in einem einzigen unglücklichen Moment an der Seitenlinie des Coliseum Alfonso Pérez geendet haben. Getafe gewann übrigens 1:0. Das erste Sieg der Madrilenen aus dem Süden gegen Real seit 18 Jahren. Für Rodrygo wird er noch lange nachwirken.