Rodewald wirft hin: fc eilenburg verliert seinen retter mitten im abstiegskampf
Kevin Rodewald hat die Bombe gezündet. Mitten im Abstiegskampf der Regionalliga Nordost verkündete der 34-Jährige am Dienstagabem seine Trennung vom FC Eilenburg – und das, obwohl er die Nordsachsen erst seit Juni 2024 coacht.
Warum jetzt? rodewald zieht die notbremse
Die Nachlage trifft den Verein wie ein Faustschlag. Der FCE liegt auf dem vorletzten Platz, die Luft ist dünn. Rodewald selbst bestätigte, dass er den Vertrag „auf eigenen Wunsch“ nicht verlängern wird. Klarheit schaffe Vertrauen, so seine Begründung. Doch hinter den Kulissen sickert durch: Der Coach wollte nicht länger in einem Strukturen arbeiten, die ihm sportlich die Hände binden.
Die Zahlen sind vernichtend: 18 Spiele, nur vier Siege, 24:45 Tore. Eilenburg ist das Schlusslicht der Rückrunde. Wenn Erzgebirge Aue tatsächlich absteigt, rutscht der FCE in die Oberliga – ein Desaster für einen Klub, der sich Jahr für Jahr mit Handkuss gegen Großstädte wie Dresden, Halle oder Cottbus behaupten muss.

Was bleibt, ist blanker kampf
Rodewald will bis Sommer noch „jeden Prozentpunkt“ aus dem Kitzeln. Die Spieler sollen „mit voller Energie“ in die restlichen Partien rennen. Doch die Realität trügt: Ohne Planstelle für einen Nachfolger wirkt das wie Ablenkung. Die Vereinsführung muss nun binnen Wochen einen neuen Chef finden – und gleichzeitig die Kabine vor dem Kahlschlag bewahren.
Die Konstellation ist paradox: Ein Trainer, der geht, soll eine Mannschaft retten, die ihm nicht mehr folgt. Die Fans reagieren verunsichert. „Wir brauchen keine Sympathiebekundungen, wir brauchen Punkte“, schreibt ein User im Forum. Die nächsten Gegner: BFC Dynamo auswärts, dann ZFC Meuselwitz. Beide Klubs haben Play-off-Ambitionen.
Rodewalds letzter Satz im offiziellen Statement klingt wie ein Abschiedsbrief an eine Liebe, die nicht mehr retten kann: „Der FC Eilenburg leistet Großes – mit viel Herz, Leidenschaft und Fleiß. Davor kann man nur den Hut ziehen.“ Der Hut bleibt liegen. Die Punkte müssen her. Sonst ist nicht nur der Trainer weg, sondern auch die Liga.
