Riquelme fordert umbruch: real madrid zurück zu den fans!

Madrid – Enrique Riquelme hat bei seiner Kandidatenpräsentation für den Präsidentenposten des Real Madrid ein Feuerwerk an Ankündigungen gezündet, das die Machtverhältnisse im Verein grundlegend verändern könnte. Sein zentraler Vorwurf: Der Club habe den Kontakt zu seinen treuesten Anhängern verloren und sei auf dem Weg zur Privatisierung.

Ein neues modell für die socios

Riquelme präsentierte sein Projekt in einer überfüllten Halle in Madrid, untermalt von den Klängen der traditionellen Madrider Hymnen. Er kritisierte scharf die aktuelle Situation, in der die Rechte der socios, der Vereinsmitglieder, zunehmend eingeschränkt würden. "Was bedeutet es, Mitglied des Real Madrid zu sein? Priorität beim Ticketkauf? Diejenigen, die nicht regelmäßig ins Stadion gehen, haben keine Chance, Tickets zu ergattern, während die Schwarzmarktkaufleute florieren!"

Sein Plan sieht eine radikale Umstrukturierung vor, mit dem Ziel, den Verein wieder den Fans zuzuwenden. Ein zentraler Punkt ist die Schaffung einer "Club House" in Valdebebas, dem neuen Trainingsgelände, die zu einem Treffpunkt für alle madridistischen Herzens möchte werden. "Valdebebas soll das Zuhause aller Madridistas werden, ein Ort der Begegnung und des Austauschs, wo wir auch Spiele von auswärts gemeinsam verfolgen können."

Die Pläne für Valdebebas sind ambitioniert: neben der "Club House" sind ein neues Stadion und ein Hotel für die Mitglieder geplant. Riquelme betonte, dass die Mitglieder nicht für exorbitante Ticketpreise zahlen sollen. "300 oder 400 Euro für eine Eintrittskarte? Das ist absurd!"

Neben der baulichen Entwicklung kündigte Riquelme auch finanzielle Erleichterungen an. Die Mitgliedsbeiträge sollen um 50% reduziert werden, bis der Verein wieder die Champions League gewinnt – ein Schritt, der laut seinen Angaben mit einem Verlust von sieben Millionen Euro verbunden ist. Zudem will er die Warteliste für neue Mitglieder transparenter gestalten und ein neues System für die Vergabe von Dauerkarten einführen, das Amateurbesitz und Vetternwirtschaft ausschließt. "Wir werden 10.000 neue Mitglieder vergeben, per Losverfahren und unter Notarielle Aufsicht!"

Auch das Thema der Weiterverkäufe von Dauerkarten soll angegangen werden. Riquelme schlägt vor, dass die Mitglieder, die ihre Dauerkarten abgeben, 70% des Wertes in bar und innerhalb einer Woche erhalten sollen.

Der fall negreira: „wir sind zu spät dran“

Der fall negreira: „wir sind zu spät dran“

Zur umstrittenen Affäre um den ehemaligen Schiedsrichter-Assistenten Negreira wich Riquelme einem direkten Kommentar aus. „In diesem Fall wird es nichts zu erreichen sein, da wir zu spät reagiert haben.“ Er kündigte jedoch die Einrichtung eines unabhängigen Ombudsmanns für die Mitglieder an, der ihre Rechte verteidigt.

Riquelme versprach außerdem, die beiden offiziellen Hymnen des Vereins zu respektieren und die Tradition des Santiago Bernabéu Trophäe wieder einzuführen. Sein Ziel ist klar: "Wenn ich Präsident werde, wird der Real Madrid wieder zu den Fans gehören!"

Die Ankündigungen Riquelmes sind ein klares Signal an die Vereinsführung und die Mitgliederbasis: Der Kampf um die Seele des Real Madrid hat begonnen. Ob er erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten, aber eines ist sicher: Der altehrwürdige Verein steht vor einem Wendepunkt.