Ried verspielt 2:0, ronivaldo schießt blau-weiß linz aus der krise

Blau-Weiß Linz lag nach 18 Minuten 0:2 hinten, stand als Tabellenletzter da und spielte gegen eine aufstiegsgeküsste SV Ried – am Ende jubelten trotzdem nur die Hausherren. Der FC Blau-Weiß drehte das Oberösterreich-Derby binnen 70 Minuten, nutzte den Platzverweis gegen Rieds Kiedl und schlug dank Ronivaldos siebten Liga-Elfmeter seit 2021 mit 3:2.

Der knackpunkt: rot für kiedl und der anschlusstreffer vor der pause

Die Stahlstädter wirkten nach Kiedls Doppelpack wie gelähmt, doch die 30. Minute schuf neue Realität. Kiedl flog nach Foul an Seidl mit Rot, Routinier Seidl verkürzte postwendend per Kopf – das 1:2 brannte sich in die Hirnwindungen der 8.500 im Sonnenhof.

Blau-Weiß nahm sich die personelle Überzahl heraus, presste früher und spielte die Räume, die Trainer Köllner tags zuvor noch mit Kreide auf die Taktiktafel malte. Nach 62 Minuten fiel der Ausgleich durch Zirngast, der den Abpraller nach Gugganigs Schuss einschob. Die Arena kochte, Ried wankte.

Ronivaldo bleibt kalt – und weiß, warum

Ronivaldo bleibt kalt – und weiß, warum

90 Minuten plus 56 Sekunden: Da zog Ronivaldo den Ball zielsicher links unten auf, Schlussmann Gebhardt flog rechts. „Ich kenne meine Statistik, ich kenne meine Schritte“, sagte der 34-Jährige später. „Für mich ist Elfmeterschießen wie Kaffee kochen – Routine, nicht Zauberei.“

Sein fünfter Treffer dieser Saison bedeutet mehr als drei Punkte. Er bringt Blau-Weiß auf Anschluss an die Relegationsplätze, verkürzt den Rückstand auf Altach und St. Pölten auf zwei Zähler. Die Tabelle lügt nie, aber sie schreibt auch noch keine endgültigen Geschichten.

Acht endspiele, null selbstmitleid

Acht endspiele, null selbstmitleid

Köllner sprach nach Abpfiff vom „Befreiungsschlag“, betonte aber: „Wir haben nichts erreicht, nur die Tür aufgestellt.“ Sein Punkteschnitt seit Amtsantritt: 1,0 – das reicht in der Relegationsgruppe, wenn die Moral stimmt. Laut Athletik-Chef Dr. Heil gibt sich die Mannschaft seit Wochen einen „180-Prozent-Modus“: Doppelpassstärke, Sprintwerte, Laktattests – alles im grünen Bereich.

Simon Seidl erinnerte daran, dass „auch in Unterzahl der Ball laufen muss“. Seine Worte klangen wie ein Versprechen: „Wir werden nicht kneifen.“

Der FC Blau-Weiß Linz spielt am Sonntag in St. Pölten. Wer dort gewinnt, trägt nicht nur drei Punkte heim, sondern auch das Momentum der Aufholjagd. Die Liga ist noch lange nicht entschieden – und das wissen auch die Mannschaften, die derzeit über der Trennlinie stehen.