Richarlison: social-media-flut im wm-trauma – jetzt klare linie!

Rio de Janeiro – Der brasilianische Stürmer Richarlison hat im Nachgang der WM in Katar ein erschütterndes Eingeständnis gemacht: Die Flut an negativen Kommentaren in den sozialen Medien hat ihn derart belastet, dass sie seine Leistungen auf dem Platz beeinträchtigten. Ein Geständnis, das die Schattenseiten des Ruhms im modernen Fußball aufzeigt.

Konzentrationsbruch durch private attacken

Konzentrationsbruch durch private attacken

Richarlison, der bei Tottenham Hotspur unter Vertrag steht und die brasilianische Nationalmannschaft verstärkt, offenbarte in einem Interview mit France Football, dass er während des Turniers mit Problemen außerhalb des Spielfelds zu kämpfen hatte. Es ging um familiäre Angelegenheiten und Auseinandersetzungen mit Ex-Freundinnen – Themen, die durch die sozialen Medien unnötig in den Fokus gerückt seien. „Ich musste mich mit Dingen auseinandersetzen, die nichts mit dem Fußball zu tun hatten. Das hat mich wirklich beschäftigt“, so der Angreifer.

Der WM-Einsatz gegen Serbien, bei dem er mit einem umwerfenden Lupfer für Aufsehen sorgte, konnte diese Belastung nicht kaschieren. Die ständige Aufmerksamkeit und Kritik, die er online erfahren hat, nagten an seiner Konzentration und führten zu einem mentalen Tief.

Casemiro gibt die Richtung vor: Der erfahrene Mittelfeldspieler Casemiro gab ihm den entscheidenden Rat: „Schau dir keine sozialen Netzwerke während der WM an.“ Ein simpler, aber genialer Tipp, den Richarlison nun beherzigen will. Die Erkenntnis, dass die digitale Welt eine Quelle der Ablenkung und des negativen Drucks sein kann, ist für viele Profifußballer eine wichtige Lektion.

Die aktuelle Saison ist für Richarlison bei Tottenham Hotspur alles andere als einfach. Mit neun Toren und drei Assists in 26 Spielen kämpft er mit seiner Mannschaft um den Klassenerhalt in der Premier League. Obwohl die Leistungen stimmen, steht viel auf dem Spiel. Seine Nominierung für die nächste brasilianische Nationalmannschaft hängt maßgeblich von seinen Leistungen in den kommenden Spielen ab. Nur wenn er sich kämpferisch zeigt und das Team vor dem Abstieg bewahrt, hat er eine realistische Chance auf eine Rückkehr in die brasilianische Auswahl.

Richarlison hat gelernt, dass der Fokus auf das Wesentliche gehört – das Fußballspielen. Er hat sich geschworen, aus seinen Fehlern zu lernen und die sozialen Medien in Zukunft zu meiden, um sich voll und ganz auf seine sportliche Karriere zu konzentrieren. Eine Entscheidung, die ihm den Rückweg an die Spitze ebnen könnte.