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Richard Lutz wird von Deutsche Bahn abberufen

Berlin – Richard Lutz, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn (DB), wurde am Donnerstag von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) abberufen. Eine gemeinsame Vereinbarung zwischen Schnieder, dem Vorsitzenden des DB-Aufsichtsrats Werner Gatzer und Lutz wurde in Berlin getroffen, um den Vertrag von Lutz vorzeitig zu beenden.

Erwartete Abfindung und bisherige Vergütung

Aufgrund der vorzeitigen Vertragsauflösung wird eine Abfindung von 2,84 Millionen Euro erwartet. Lutz hatte im vergangenen Jahr ein festes Gehalt von 1,42 Millionen Euro sowie Boni in Höhe von rund 700.000 Euro erhalten.

Mögliche Nachfolger gesucht

Mögliche Nachfolger gesucht

Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltet sich offenbar schwieriger als erwartet. Laut Berichten des Handelsblatts haben mehrere Eisenbahnexperten das Angebot des Aufsichtsrats abgelehnt. Unter den Kontaktaufgenommenen befanden sich Andreas Matthä, der Leiter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), und Peter Füglistaler, der ehemalige Leiter des Schweizer Bundesamtes für Verkehr – beide lehnten ab. Als mögliche Kandidaten werden nun Michael Peter, der Leiter von Siemens Mobility, und Evelyn Palla, die für den Regionalverkehr bei der Deutschen Bahn verantwortlich ist, diskutiert.

Neue Strategie für die Deutsche Bahn

Neue Strategie für die Deutsche Bahn

Bundesverkehrsminister Schnieder plant, am 22. September eine neue Strategie für die Deutsche Bahn vorzustellen. Er betonte, dass die Strategie Vorrang vor personellen Veränderungen habe. Die Deutsche Bahn verzeichnete im Jahr 2024 einen wirtschaftlichen Verlust von 1,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2025 betrug der Nettoverlust rund 760 Millionen Euro. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr sank auf einen historischen Tiefstand von 62,5 Prozent, und auch die Infrastruktur befindet sich in einem schlechten Zustand.