Resident evil requiem: ein riskantes unterfangen für die zombie-saga
Ein neuer teil, eine neue gefahr?
Mit über 183 Millionen verkauften Exemplaren in 30 Jahren und 7 Kinofilmen (ohne Animationsfilme) ist Resident Evil ein Phänomen. Jeder neue Titel ist daher ein kleines, aber bedeutendes Ereignis – und birgt ein gewisses Risiko. Capcom, der japanische Entwickler, geht mit Resident Evil Requiem, ab dem 27. Februar erhältlich, einmal mehr ein Wagnis ein.

Zwei protagonisten, doppelte spannung
Requiem kehrt zum Konzept von zwei spielbaren Charakteren zurück, was in der Resident Evil-Hauptreihe bisher selten war. Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive von Grace, einer unerfahrenen FBI-Agentin, und Leon S. Kennedy. Grace’ Gameplay, in der Ego-Perspektive (mit optionaler Umschaltung in die Dritte-Person), setzt auf die Erkundung, knappe Ressourcen und allgegenwärtige Bedrohung, wie man es von RE7 gewohnt ist. Die Rätsel sind zugänglicher, die Motivation für das Zurückkehren zu bereits erkundeten Arealen klarer, um das Tempo nicht zu verlangsamen.

Neue mechaniken und blutige details
Doch Requiem ist mehr als nur eine Wiederholung bekannter Elemente. Die Zombies behalten Erinnerungen an ihr früheres Leben, was sich auch in Leons Abschnitten widerspiegelt, wo wir auf Untote treffen, die Waffen bedienen können. Eine interessante Neuerung sind die Injektoren, mit denen man das Blut von Infizierten für die Herstellung von Gegenständen sammeln oder Zombies in Stealth-Passagen zur Explosion bringen kann. Das Ergebnis ist ein hohes Maß an Gore und Splatter, mit verstümmelten Körpern und Blutspuren an Wänden und Möbeln.

Stealth-gameplay mit potenzial
Das Stealth-Gameplay ist zwar kreativ und atmosphärisch, da Gegner Geräusche wahrnehmen, aber nicht sehen, insgesamt aber eher linear und rudimentär. Dennoch bietet es eine willkommene Abwechslung und verstärkt die Spannung. Die Spielumgebung ist integraler Bestandteil des Gameplays und ermöglicht spektakuläre Momente, die auch in der zweiten Spielhälfte noch überzeugen.

Leon kehrt zurück – als actionheld
Der Wechsel zwischen Grace und Leon ist gut ausbalanciert. Grace’ Abschnitte sind psychologisch intensiv und atmosphärisch dicht, aber nicht zu lang. Leon tritt immer dann ein, wenn actionreiche Momente gefragt sind. Sein Gameplay erinnert an das auf einem Boot in Resident Evil 4. Auch die spielerische „Verspieltheit“ von RE4 kehrt zurück, mit kleinen Shops, Herausforderungen und Anpassungsmöglichkeiten.

Eine geschichte, die fragen aufwirft
Die Handlung von Resident Evil Requiem wurde offenbar parallel zur Winters-Saga entwickelt und ignoriert diese weitgehend. Es wird wahrscheinlich als ein Kapitel ähnlichRE6 in Erinnerung bleiben, jedoch als ein Werk, das eher die Geschichte in Frage stellt. Capcom hat sich endlich die Rechte an einer Trilogie gesichert, die lange Zeit unantastbar schien. Der Rückkehr nach Raccoon City ist zwar kurz, aber respektvoll, auch wenn die Frage bleibt, ob sie wirklich notwendig war.
Das fazit: ein mutiges experiment
Resident Evil Requiem ist ein großzügiges Spiel, das viel bietet, vielleicht sogar zu viel. Nach dem Abschluss bleiben viele Fragen offen. Die Entscheidungen, die getroffen wurden, sind in vielerlei Hinsicht überraschend, und während die Absurdität zum DNA von Resident Evil gehört, regt die Infragestellung eines Mythos zu gemischten Gefühlen an. Es ist ein mutiger Versuch, verschiedene Elemente zu vereinen und ein Gleichgewicht zu finden, während die Remakes bevorstehen.
