Reitsport in der krise? sponsoren-abgang und sinkende turniere alarmieren!

Die deutsche Reitsportlandschaft steht vor einer Zäsur. Während die Fans in Mannheim, Hamburg und Aachen noch die Stars wie Richard Vogel und Isabell Werth feiern, zeichnet sich im Hintergrund ein besorgniserregendes Bild ab: Immer weniger Turniere, schwindende Sponsoren und ein Mangel an ehrenamtlichen Helfern lassen die Frage aufkommen, ob der deutsche Turniersport seine Zukunft sichern kann.

Die leeren kassen: warum sponsern unternehmen nicht mehr?

Die Gründe für den Rückzug der Sponsoren sind vielfältig. Die allgemeine Wirtschaftslage spielt eine Rolle, aber auch die zunehmende Professionalisierung des Sports und die Verlagerung lukrativer Turniere ins Ausland, insbesondere in die USA und die arabische Welt, setzen den deutschen Veranstaltern zu. „Dort gibt es schlichtweg mehr Wirtschaftskraft und die Bereitschaft, hohe Summen zu investieren“, analysiert Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender von Pferdesport Deutschland, die Situation. Die Konkurrenz ist enorm, und deutsche Veranstalter kämpfen darum, sich zu behaupten.

Ehrenamtliche fehlen, starterzahlen sinken

Ehrenamtliche fehlen, starterzahlen sinken

Doch nicht nur die Sponsorensuche gestaltet sich schwierig. Auch die Gewinnung von ehrenamtlichen Helfern wird zunehmend problematischer. „Viele zögern, sich langfristig festzulegen, was die Planung für uns Veranstalter erschwert“, berichtet Jutta Gramespacher vom RFV Ludwigsburg-Oßweil. Parallel dazu sinken die Starterzahlen, was sich direkt auf die Einnahmen aus der Gastronomie auswirkt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2015 waren es noch rund 1,5 Millionen Starts, 2025 nur noch etwa eine Million – ein Rückgang von 28 Prozent.

Kostenexplosion und die frage der nachhaltigkeit

Kostenexplosion und die frage der nachhaltigkeit

Die Kosten für die Ausrichtung eines Turniers steigen rasant. Logistik, Energie, Personal – überall sind die Preise in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Veranstalter klagen über Kostensteigerungen von mehr als 25 Prozent seit der Corona-Pandemie. Die Frage, ob sich die Investitionen noch lohnen, wird immer drängender. Einige Veranstalter, wie in Donaueschingen, sehen sich gezwungen, über eine Reduzierung des Turniers oder sogar eine Umwandlung von internationalen in nationale Veranstaltungen nachzudenken.

Ein weg aus der krise?

Ein weg aus der krise?

Trotz der düsteren Aussichten gibt es auch Hoffnungsschimmer. Kooperationen zwischen Veranstaltern, ein attraktives Rahmenprogramm mit Familien-Events und Konzerten sowie eine verstärkte Fokussierung auf das Wohl der Tiere könnten den Reitsport wieder attraktiver machen. André Hascher von der Initiative R-haltenswert betont: „Wenn wir alle zeigen, dass uns das Wohl der Tiere am Herzen liegt, können wir für den Reitsport wieder goldene Zeiten schaffen.“

Die Zukunft des deutschen Turniersports hängt davon ab, ob die Verantwortlichen die Zeichen der Zeit erkennen und gemeinsam Lösungen finden. Denn eines ist klar: Wer sich nicht anstrengt, verliert den Anschluss. Die Welt des Pferdesports ist im Wandel, und nur wer sich anpasst, wird überleben.