Reisinger raus: bahlinger sc zieht notbremse nach debakel gegen alzenau
Stefan Reisinger muss gehen. Der frühere Bundesliga-Stürmer wurde am Mittwochabend mit sofortiger Wirkung als Cheftrainer des Bahlinger SC freigestellt. Der Schritt folgt auf die 0:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger Bayern Alzenau – ein Spiel, das als Kellerduell angekündigt war und nun als Grabgesang endet.
Zwölf wochen saison, elf punkte – die bilanz ist ein desaster
Reisinger war erst im Sommer an den Kaiserstuhl gekommen, sollte mit seiner Bundesliga-Erfahrung aus 150 Erstligaspielen frischen Wind bringen. Doch der Wind wurde zur Sturmflut. 21 Partien, nur drei Siege, 18 Gegentore in den letzten fünf Spielen – die Zahlen sind lauter als jede Pressemitteilung. Der Verein selbst formuliert „nicht näher genannte Gründe“. Die liegen offen auf dem Tisch.
Die Co-Trainer Milo Pilipovic und Serhat Ilhan übernahmen bereits das Training am Abend. Kein Interim, keine Lösung – nur ein Notpflaster. Die Spieler, so hört man aus dem Lager, reagierten mit „betretenem Schweigen“, nachdem die Entscheidung im Mannschaftsbus verkündet wurde.

Der blick richtet sich nach oben – genauer: in die 3. liga
Fünf Punkte Rückstand auf Platz 15, 16 Zähler auf Platz 14. Die Rechnung ist gnadenlos. Bahlingen braucht zwei Dinge: Zeit und fremdes Leid. Nur wenn Ulmer und Saarbrücken in der dritten Liga den Klassenerhalt schaffen, rutscht der BSC durch die Hintertür doch noch auf einen sicheren Regionalliga-Platz. Ein Szenario, das mehr vom Roulette als vom Sport erzählt.
Am Samstag wartet mit dem SV Sandhausen bereits der nächste Prügelstand. Ein Drittligist im Pokalmodus gegen ein Team, das sich selbst nicht mehr findet. Die Quoten für einen BSC-Sieg steigen bei Buchmachern bereits in den einstelligen Euro-Bereich – das sagt alles.
Die Trennung von Reisinger ist keine Lösung, sie ist der letzte Akt einer Tragödie, die sich seit Wochen ankündigte. Wer jetzt die Nachfolge übernimmt, muss nicht mehr Trainer sein – sondern Feuerwehrmann. Die Saison ist noch lang, aber die Uhr tickt schon gegen den Abstieg. Und die Zeit ist ein Gegner, der nicht verhandelt.
