Real zaragoza kämpft ums überleben – sechs punkte abstand, elf spiele zeit

Sechs Punkte. Das ist alles, was Real Zaragoza vom sicheren Ufer trennt – und gleichzeitig das einzige, worüber man in Aragón gerade spricht. Vor wenigen Wochen war der Abstand auf acht Punkte angewachsen, dann schien sich das Blatt zu wenden. Zwei Siege unter David Navarro, der Rückstand auf vier Punkte geschrumpft, die Hoffnung zurück. Und dann: die Niederlage in Riazor. Der Abstand kletterte wieder auf sechs. Elf Spieltage verbleiben.

Eine niederlage, die seltsamerweise mut macht

Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. Die Aragonier haben beim Deportivo de La Coruña trotz der Niederlage eine Leistung gezeigt, die Navarro und seinen Spielern Recht gibt: Dieses Team ist nicht tot. Es hat sich gewehrt, es hat gespielt, es hat verdient, Punkte mitzunehmen. Der Punkt blieb aus – der Eindruck nicht. Und in einer Abstiegssituation ist Eindruck manchmal der erste Schritt zurück ins Leben.

Der Fehlerspielraum ist winzig. Das weiß jeder in der Kabine, das weiß die La Romareda, das weiß Navarro selbst. Aber der Trainer hat eine klare Gleichung aufgestellt: Alle sechs Heimspiele gewinnen, und das Ziel ist erreicht. Es ist eine Formel, die wenig Raum für Ausreden lässt – und genau deshalb wirkt sie.

Das direkte duell mit valladolid könnte alles entscheiden

Das direkte duell mit valladolid könnte alles entscheiden

Wer aktuell den Relegationsplatz belegt, ist Real Valladolid – und ausgerechnet gegen dieses Team haben die Blanquillos noch ein Auswärtsspiel vor sich. Im Hinspiel gab es ein Unentschieden. Ein Sieg in Zorrilla würde bedeuten: Zaragoza hätte auch das direkte Duell gewonnen und bräuchte in den verbleibenden Spielen nur noch drei Punkte mehr als Valladolid. Eine Rechnung, die sich noch mehrfach verschieben kann – aber eine, die zumindest Luft in die Lunge bringt.

Sonntag kommt der tabellenführer – angeschlagen und mit lücken im kader

Sonntag kommt der tabellenführer – angeschlagen und mit lücken im kader

Das nächste Kapitel schreibt sich bereits am Sonntag. Racing de Santander, aktueller Tabellenführer der Segunda División, gastiert in Zaragoza. Klingt nach einem Alptraum für eine Abstiegsmannschaft. Ist es aber vielleicht nicht. Racing kassierte zuletzt ein 0:4 gegen Albacete – ein Ergebnis, das Narben hinterlässt – und reist mit einem ausgedünnten Kader an. Verletzungen und Sperren machen dem Spitzenreiter zu schaffen.

Navarro weiß das. Seine Mannschaft weiß das. Und eine La Romareda, die in den letzten Wochen wieder zu glauben begonnen hat, wird das auch wissen. Ein Heimsieg würde den Abstand auf vier Punkte drücken. Eine Niederlage? Die würde wehtun. Tief.

Aber Navarro baut auf Glaube, Struktur und die Erinnerung an zwei Siege, die bewiesen haben: Dieses Zaragoza kann gewinnen. Und solange das möglich ist, kämpft man. Bis zur letzten Minute der letzten Runde.