Real valladolid: abstiegskampf und düstere parallelen
Ein erschütternder Saisonabschluss im Estadio José Zorrilla: Der Real Valladolid hat nicht nur die Ambitionen auf eine schnelle Rückkehr in die erste Liga verfehlt, sondern sich in eine besorgniserregende Abwärtsspirale manövriert. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und lassen den Schatten vergangener Fehlleistungen erneut auf den Verein fallen.

Die bittere wahrheit: eine der schlechtesten saisons der vereinsgeschichte
Nach einer quälenden zweiten Halbserie, in der die Gefahr des direkten Abstiegs in die Drittklassigkeit allgegenwärtig war, konnte der Valladolid dank der Inhaftierung der Konkurrenz und der Interimslösung Fran Escribá doch noch die Klasse halten. Doch dieser vermeintliche Befreiungsschlag trügt. Denn die letzten Saisonspiele offenbarten eine erschreckende Resignation und eine erschütternde Hilflosigkeit gegen die Spitzenteams der Liga. Drei Spiele, drei Niederlagen – und das, nachdem die mathematische Rettung bereits drei Spieltage vor Saisonende feststand. Es ist die schlechteste Saison seit 1969/1970, dem Jahr des Abstiegs in die Tercera División, einem Tiefpunkt, den man in Valladolid schnell vergessen wollte.
20 Niederlagen in lediglich 42 Spielen – das ist eine erschreckende Bilanz, die in der Geschichte des Vereins ihresgleichen sucht. Vergleichbar ist lediglich die Saison 2015/2016, in der der Pucela mit nur vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone die Klasse hielt, wobei die Mannschaft damals zumindest 51 Punkte auf dem Konto hatte. Doch der Schock sitzt tiefer, wenn man bedenkt, dass die vergangene Saison in der LaLiga EA Sports bereits eine Katastrophe war, mit 30 Niederlagen aus 38 Spielen. Das summiert sich zu 50 verlorenen Spielen in nur zwei Saisons – eine erschreckende Zahl, die die Geduld der Fans auf die Probe stellt und die Parallelen zum Real Zaragoza, der ebenfalls den Weg in die Zweite Liga fand, deutlich werden lässt.
Die Erwartungen waren hoch, schließlich war Valladolid gerade aus der obersten Liga abgestiegen. Man sah den Verein als ernsthaften Anwärter auf den sofortigen Wiederaufstieg. Doch die Realität sieht düsterer aus. Die Mannschaft wirkt desorganisiert, die Abwehr ist anfällig und im Angriff fehlt es an Durchschlagskraft. Die Verantwortlichen stehen vor der gewaltigen Aufgabe, die Scherben zu sammeln und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft neu zu stellen.
Es muss dringend etwas passieren, um den Abwärtstrend zu stoppen und die wiederkehrenden Fehlentscheidungen zu unterbinden. Denn sonst droht dem Real Valladolid ein Schicksal, das niemand wünscht: der Abstieg in noch tiefere Ligen.
