Real sociedad schickt zehn profis – rekord-abstellung zerreißt liga-rhythmus
Die Real Sociedad schickt in dieser Länderspielpause ganze zehn Erstliga-Kicker auf Reisen – so viele wie nie zuvor in der 111-jährigen Geschichte des Klubs. Trainer Imanol Alguacil muss mitansehen, wie ihm die Hälfte seiner Startelf fehlt, während Spanien allein vier Txuri-Urdin-Profis einzieht.

Spanien ruft barrenetxea und soler – remiro und oyarzabal als stammgäste
Torhüter Álex Remiro und Kapitän Mikel Oyarzabal sind Routine im Team von Luis de la Fuente, doch Ander Barrenetxea feiert sein Debüt im Seniorkader. Carlos Soler kehrt nach zweijähriger Abstinenz zurück. Gemeinsam bilden sie das größte spanische Kontingent innerhalb einer Real-Mannschaft seit der Ära von Le Normand, Zubimendi und Merino.
Die Zahl wird noch größer, wenn man die Nachwuchs- und Auslandsabstellungen mitzählt. Jon Martín reist mit der U-21, Jon Mikel Aramburu nach Caracas, Duje Caleta-Car und Luka Sucic nach Zagreb, Orri Óskarsson nach Reykjavik und Gonçalo Guedes nach Lissabon. Sogar Job Ochieng, der kenianische Flügelspieler der B-Elf Sanse, steht für ein Testspiel bereit – ein Elf-er-Internations-Kader ließe sich zusammenstellen.
Die Liste hätte noch länger sein können. Takefusa Kubo und Yangel Herrera fallen verletzt aus, sonst wären zwölf Akteure unterwegs. Arsen Sakharyan kämpft derzeit um Form, sonst wären es dreizehn gewesen. Doch zehn sind bereits eine Ansage an die Liga: Die Real Sociedad hat sich in den vergangenen Monaten so sehr entwickelt, dass selbst Reservisten ins Nationalteam rutschen.
Für Alguacil bedeutet das Gezerre vor allem eins: Trainingsrückstand. Während Konkurrent wie Atlético Madrid oder FC Barcelona mit reduziertem Kader arbeiten können, muss er auf Talente aus der dritten Reihe zurückgreifen. Die Folge: Der Rhythmus, der die Mannschaft auf Rang drei der Tabelle katapultierte, droht zu stocken.
Die gute Nachricht: Die Verletztenliste bleibt überschaubar. Kubo und Herrera werden nach der Pause erwartet, und keiner der Zehn reist mit Blessuren zurück – zumindest laut interner Statistik ist das Risiko für Muskelverletzungen in Länderspielwochen bei Real 23 % niedriger als im Liga-Durchschnitt. Das spricht für die Fitnessabteilung, nicht für den Terminkalender.
Real Sociedad nutzt die Situation als Image-Gewinn. „Wir wollen zu einem Exportklub werden, der Talente zur Weltspitze formt“, sagt Sportdirektor Roberto Olabe. Die Zahlen geben ihm recht: Allein die vier spanischen Nationalspieler steigern die Markenwerte des Vereins um geschätzte 18 Millionen Euro. Das wiederum erleichtert künftige Transfers.
Für die Anhänger bleibt trotzdem ein fader Beigeschmack. Das nächste Ligaspiel gegen Girona FC findet ohne sieben potenzielle Starter statt. Wer dann aufläuft, entscheidet sich in den nächsten zwei Wochen auf den Trainingsplätzen von Zubieta – nicht in San Sebastián, sondern in den Stadien von Reykjavik, Zagreb und Caracas. Die Real Sociedad zahlt den Preis für ihren Erfolg: ein Team, das sich in alle Winde zerstreut.
