Real madrid: kader-puzzle droht – kann man die vorgaben erfüllen?

Madrid steht vor einer Zitterpartie. Die abrupt beendete Saison wirft einen langen Schatten auf die Kaderplanung für die kommende Spielzeit, insbesondere im Hinblick auf die strengen Auflagen der Liga bezüglich Jugendspielern. Ein Problem, das Trainer und Verantwortliche jetzt dringend lösen müssen.

Die ausgangslage: engpässe im u23-bereich

Der spanische Gesetzgeber schreibt in der ACB Liga vor, dass in einem 12-Mann-Kader mindestens vier Spieler des Jahrgangs 1999 und jünger (oder in Spanien ausgebildet) stehen müssen. Der aktuelle Kader der Königlichen erfüllte diese Vorgabe mit sechs Spielern: Sergio Llull, Alberto Abalde, Mario Hezonja, Usman Garuba, Edy Tavares und Izan Almansa. Doch die Zukunft sieht düster aus.

Garuba wird die kommende Saison aufgrund eines schweren Achillessehnenrisses größtenteils verpassen. Tavares kämpft mit einer Verletzung des Innenbandes im linken Knie, und sein Comeback ist ungewiss. Und schließlich deutet alles darauf hin, dass Izan Almansa den Weg in die NCAA einschlagen wird – ein verlockendes Angebot für den jungen Spanier, aber ein herber Verlust für den Verein.

Das bedeutet: Ohne diese drei Spieler würde der Real Madrid nur noch drei Spieler erfüllen, die den Anforderungen entsprechen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, um die Lücken zu schließen.

Llull, abalde und hezonja: schlüsselspieler im dilemma

Llull, abalde und hezonja: schlüsselspieler im dilemma

Sergio Llull, eine lebende Legende des Vereins, steht vor dem Auslaufen seines Vertrages. Sein Wunsch ist es, noch eine Saison im weißen Trikot zu verbringen. Seine Erfahrung und seine Qualifikation als „Cupo“-Spieler könnten seine Verbleib erleichtern. Alberto Abalde hat noch eine Saison an seinen Vertrag gebunden und genießt das Vertrauen von Nationaltrainer Sergio Scariolo.

Mario Hezonja hingegen hat einen bis 2029 datierten Vertrag, der jedoch keine Ausstiegsklausel für europäische Top-Clubs vorsieht, sondern nur für die NBA. Sein kürzlicher Wechsel des Beraters und sein oft unberechenbarer Charakter lassen seine Zukunft ungewiss erscheinen. Die Tatsache, dass er sich nach der schmerzhaften Niederlage gegen Barcelona in den sozialen Medien zurückgezogen hat, verstärkt die Spekulationen.

Die suche nach nationalspielern: ein teurer spaß

Die suche nach nationalspielern: ein teurer spaß

Die Madrilenen sind nun gezwungen, auf dem Markt nach spanischen Spielern oder Spielern, die in Spanien ausgebildet wurden, zu suchen. Doch diese sind rar und begehrt. Diejenigen, die das Profil des anspruchsvollen Madrider Teams erfüllen, sind in der Regel vertraglich gebunden – und teuer. Namen wie Jaime Pradilla oder Sergio De Larrea vom Valencia Basket fallen ins Gewicht. Beide haben Verträge bis 2028, wobei De Larrea zudem als potenzieller erster Pick im kommenden NBA-Draft gehandelt wird. Scariolo schätzt beide Spieler, doch Valencia ist bekannt dafür, seine Talente nur selten an den Erzrivalen zu verkaufen.

Auch Juancho Hernangómez, der bei Panathinaikos Athen unter Vertrag steht, wäre eine Option, doch der griechische Verein ist selten ein Verkäufer. Sein Bruder Willy hingegen steht ohne Vertrag beim FC Barcelona zur Verfügung und könnte somit ohne Ablösesumme nach Madrid wechseln. Die Situation von Santi Yusta, der in Zaragoza erneut als bester spanischer Scorer der Liga hervorgetreten ist, ist ebenfalls unklar, obwohl er noch bis zum nächsten Jahr vertraglich gebunden ist.

Ein weiterer Name, der in der Diskussion auftaucht, ist Eli John Ndiaye, der frühere Madrider, der sich von einer Schulterverletzung erholt und derzeit ohne Verein ist. Auch Scariolo hat in der Vergangenheit sein Talent gelobt.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Real Madrid muss kluge Entscheidungen treffen, um das schwierige Puzzle des Kaders zu lösen und die Liga-Vorgaben zu erfüllen – ohne die sportliche Qualität des Teams zu beeinträchtigen. Die Herausforderung ist groß, aber die Geschichte des weißen Trikots ist geprägt von Überwindung.