Real madrid explota: schiedsrichter, var und tv-regie im visier!

Der Traum vom Meistertitel ist geplatzt, die Stimmung im Lager von Real Madrid aber alles andere als am Boden. Nach der 0:2-Niederlage im Clásico gegen den FC Barcelona hat sich die Wut auf dem Klubsender Real Madrid Televisión (RMTV) entladen – und zwar in einem Ausmaß, das selbst gestandene Fußballfans überraschte. Es ging nicht primär um das verlorene Spiel, sondern um die umstrittenen Entscheidungen des Schiedsrichters und die Rolle der Fernsehbilder.

Die anklage: „ein zirkus und ein einziger witz!“

Die Moderatoren von RMTV ließen ihrer Frustration freien Lauf und zerrissen die Leistung von Schiedsrichter Alejandro Hernández in Schredderstücke. Der Vorwurf: Er habe eine klare Szene im Strafraum des FC Barcelona ignoriert, in der Eric García Jude Bellingham nicht nur berührt, sondern diesen auch mit dem Ellbogen traf. „Ein Stoß in den Hals ist mehr als ein normaler Zweikampf. Das war eindeutig ein Elfmeter – und Rot obendrein!“, wetterte der Sender und forderte konsequente Maßnahmen. Was niemand offen anspricht: Die Entscheidung kostete Real Madrid möglicherweise den Titel.

Doch die Kritik beschränkte sich nicht nur auf den Schiedsrichter. Auch der Video Assistant Referee (VAR) wurde in den Medienstrom geworfen. Der Vorwurf lautet: „Immer wenn es strittig wird, greift der VAR ein – aber nur, um Real Madrid zu schaden.“ Ein möglicher Fehltritt von Dani Olmo sei zudem „unter den Teppich gekehrt“ worden, da keine Nahaufnahme gezeigt worden sei. Die Dramatik wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass bereits in der letzten Saison RMTV ähnliche Analysen veröffentlichte, die Schiedsrichterentscheidungen gegen die Königlichen als Teil einer Kampagne darstellten. Die spanische Schiedsrichterkommission CTA hatte damals Disziplinarmaßnahmen in Erwägung gezogen.

Der bittere nachgeschmack: ein machtkampf hinter den kulissen

Der bittere nachgeschmack: ein machtkampf hinter den kulissen

Besonders heftig ging es gegen die Regie des internationalen Rechtevermarkters HBS, der im Auftrag von LaLiga die Bilder liefert, zur Sache. Der Vorwurf: Eine gezielte Manipulation der Fernsehbilder, um Real Madrid zu benachteiligen. „Wenn es gegen Madrid geht, zeigen sie jede Nahaufnahme. Doch bei entscheidenden Szenen gegen uns entführen sie einfach die Bilder“, empörte sich ein Kommentator. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Der Hintergrund des Misstrauens liegt im anhaltenden Zerwürfnis zwischen Real-Boss Florentino Pérez und Liga-Chef Javier Tebas, eine Fehde, die durch den Negreira-Skandal rund um mutmaßliche Schiedsrichterzahlungen an den FC Barcelona weiter angeheizt wurde. Die spanische Liga hat sich nun in einen regelrechten Schlammkampf verwandelt.

Während Barcelona zwei Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft feiert, bleibt Real Madrid die Hoffnung auf den Gewinn der Champions League. Der Verband verteidigte in der Zwischenzeit Referee Hernández und bezeichnete den Kontakt von García an Bellingham als „nicht intensiv genug“ für einen Strafstoß. Doch die Wut in Madrid ist noch lange nicht abgeklungen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich diese Situation in einer offiziellen Untersuchung oder weiteren Disziplinarmaßnahmen niederschlägt. Und eines ist klar: Der spanische Fußball ist gespalten wie nie zuvor.