Real madrid entkommt der späten bayern-falle – doch war es ein elfmeter?
Die Champions League lieferte sich ein Krimi, der auch nach Abpfiff nicht endet. Real Madrid schlägt Bayern München 2:1, aber in München reden alle über die 94. Minute – und darüber, warum Michael Olise plötzlich am Boden lag.
Olise stürzt, oliver pfeift nicht
Joshua Kimmich chippt, Harry Kane köpft, Olise nimmt den Ball mit der Brust mit. Dann kommt Álvaro Carreras von hinten, streift die Hüfte des Franzosen, und Olise fällt. Der Pfiff bleibt aus. Oliver zeigt ab, Oliver zeigt weiterspielen. Kein VAR, keine Nachschau. Die Bayern toben, Madrid atmet auf.
TV-Experte Christoph Kramer legt sich fest: „Er lässt sich nicht fallen, er will schießen. Das ist fast ein freies Tor.“ Der Ex-Weltmeister hätte auf den Punkt gezeigt. Lutz Wagner, einst FIFA-Schiedsrichter, sieht es nüchterner: „Ein Strafstoß wäre vertretbar gewesen, aber Oliver war konsequent.“ Er erinnert daran, dass der Engländer den Oberkörper-Einsatz in Madrid generell durchgehen ließ – ein Paket statt Einzelbild.

Die linie des abends
Tatsächlich hatte Oliver schon früh entschieden, dass er dieses Spiel nicht mit Karten und Elfmetern zerstückelt. Upamecano rammte Vinícius zweimal, Tah stoppte Musiala mit einem Bein – Gelb, nicht Rot. Auf der Gegenseite sah Tchouaméni Gelb, weil er den Konter unterband; Arbeloa nennt es „ungerechtfertigt“. Die Wahrheit liegt in der Statistik: 21 Fouls, vier Gelbe, null Rot, null Elfmeter – ein Abend, an dem der Schiedsrichter mehr wegstecken ließ als die Spieler.
Die Szene wird folgenlos bleiben, dennoch liefert sie Stoff für Wochen. Carlo Ancelotti sprach nach dem Spiel von „Kontrolle“, Thomas Tuchel von „einer klaren Chance“. Beide wissen: Im Bernabéu wird Madrid nicht zweimal so gnädig sein. Die Bayern müssen gewinnen, wenn sie das Finale erreichen wollen. Real trägt das 2:1 wie einen Schild – angeschlagen, aber noch intakt.
Die Königlichen sind davongekommen. Ob mit Glück oder mit Geschick, darüber streiten die Experten bis in die Nacht. Fakt ist: Ein Schritt fehlt noch, und im Rückspiel gibt es kein Entkommen mehr.
