Real madrid: eine ära ohne titel droht – was bedeutet das für pérez?
Madrid – Die Zahlen lügen nicht: Florentino Pérez hat als Präsident des Real Madrid mehr Titel gewonnen als jeder andere vor ihm. Doch in dieser Saison zeichnet sich ein düsteres Szenario ab: Der Königliche könnte erstmals seit langer Zeit ohne eine einzige Trophäe dastehen. Ein Nackenschlag für den stets siegessüchtigen Präsidenten und eine Frage nach der Zukunft des ambitionierten Projekts.
Die geschichte der titel-losen saisons
Die Geschichte des Real Madrid unter Pérez ist geprägt von Dominanz, aber auch von Rückschlägen. Fünfmal seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 scheiterte das Team am Ziel, eine Saison mit mindestens einem Titel abzuschließen. Diese Episoden waren oft Wendepunkte, die zu Trainerwechseln und Umstrukturierungen führten. Die Saison 2004/05, geprägt von der verfehlten Revolution unter Queiroz, endete in einem Fiasko. Auch 2005/06, als Wanderlei Luxemburgo den unbeliebten López Caro ablöste und selbst scheiterte, bleibt eine bittere Erinnerung. Die Jahre 2009/10, nach der kurzen, aber glorreichen Ära Calderón, und 2020/21, als Zidane und Sergio Ramos Abschied nahmen, zeigten ebenfalls die Konsequenzen einer trostlosen Saison.
Die 2009/10 Saison war besonders bemerkenswert, da sie den Rückkehrer Florentino Pérez und seine ambitionierten Transfers – Cristiano Ronaldo, Kaká und Benzema – umfasste, die jedoch nicht den erhofften Erfolg brachten. Die Demütigung durch das Barça im Bernabéu wirkte wie ein Katalysator für den anschließenden Umbruch. Der damalige Verbleib von Pellegrini trotz des Ausbleibens von Titeln war ein Ausnahmefall, der sich nun wohl nicht wiederholen wird.
Die jüngste Saison 2020/21 markierte das Ende einer Ära unter Zidane und den Abschied einer Vereinslegende, Sergio Ramos. Der verpasste Titel kostete nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.

Was bedeutet das für die gegenwart?
Nun, in der Saison 2025/26, droht eine Wiederholung. Trotz der Rückkehr von Carlo Ancelotti und dem vielversprechenden Transfer von Xabi Alonso scheint die Mannschaft nicht den nötigen Durchbruch zu schaffen. Die Supercopa de Europa und der Mundial de Clubes sind magere Ausbeute im Vergleich zu den hohen Ansprüchen des Vereins. Die Entlassung von Ancelotti scheint besiegelt, und die Suche nach einem Nachfolger läuft auf Hochtouren. Die Verpflichtung von Miguel Ángel Arbeloa als Interims-Trainer wirkt eher wie ein Notnagel als eine strategische Entscheidung.
Die Tatsache, dass nur Wanderlei Luxemburgo in der Ära Pérez eine Saison ohne Titel überstehen konnte – und das nur für eine kurze Zeit – verdeutlicht den immensen Druck, der auf den Verantwortlichen lastet. Das Vertrauen in sein Projekt 2.0 war bereits nach 14 Ligaspielen gebrochen. Die Frage ist nun: Kann Arbeloa das Ruder herumreißen, oder wird Pérez gezwungen, einen radikalen Umbruch einzuleiten, der möglicherweise sogar seine eigene Position in Frage stellt?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Eine Saison ohne Titel in Madrid ist mehr als nur eine sportliche Enttäuschung – sie ist eine Krise, die den gesamten Verein erschüttern kann. Die Fans fordern eine Reaktion, und Pérez muss liefern, um seinen Ruf als erfolgreicher Präsident zu verteidigen. Die Zeit drängt, und die Suche nach der nächsten großen Trophäe hat bereits begonnen.
