Real madrid: der druck verschwindet – liegt mbappé am problem?
Madrid hat einen Plan. Xabi Alonso sollte die Defensive aggressiver gestalten, im gegnerischen Feld pressen und so Chancen kreieren. Anfangs schien es zu funktionieren, die Zahlen sprachen für sich: Mehr Ballgewinne im gegnerischen Drittel als unter Carlo Ancelotti, eine beeindruckende Effizienz nach Balleroberung. Doch dann kam der Clásico. Seitdem ist der Schwung verflogen – die Statistiken sind fast wieder auf dem Nullpunkt.
Die diskrepanz zur europäischen elite
Der Vergleich mit den Top-Teams in Europa ist schmerzhaft. PSG gegen Bayern in der Champions League zeigte deutlich: Hochintensives, organisiertes Pressing ist das Mittel der Wahl, um Gegner zu dominieren und zu Fehlern zu zwingen. Es geht nicht nur darum, schneller zu laufen, sondern intelligenter zu pressen – das Pressing als kollektives System, bei dem jeder Spieler weiß, wann er attackieren, wie er die Passwege schließen und wo er sich positionieren muss. Bayern und PSG demonstrierten ein konstantes, unaufhaltsames Pressing, das den Gegner von der ersten Ballannahme an unter Druck setzt.
Die Realität: Ein selektives, reaktives Pressing Der Real Madrid hingegen agiert selektiv, eher reaktiv als proaktiv. Es fehlt an Kontinuität und Synchronisation, um das Pressing über längere Zeit aufrechtzuerhalten. Momente der Intensität wechseln sich mit Phasen der passiven Abwehr ab, was die Fähigkeit, früh Druck auszuüben und den Gegner zu kontrollieren, stark reduziert. Die Champions-League-Statistiken sind alarmierend: 98 Pressingaktionen in 14 Spielen, daraus resultierend 26 Torschüsse und lediglich zwei Tore. Das steht in krassem Gegensatz zu den Werten von PSG (144 Pressingaktionen, sieben Tore) und Bayern (131 Pressingaktionen, sechs Tore).

Mbappés einfluss: mehr als nur tore
Es geht um mehr als nur die bloße Anzahl an Pressingaktionen. Bayern und PSG erzeugen durch ihr Pressing Unsicherheiten beim Gegner, gewinnen Raum und Kontrolle. Beim Real Madrid fehlt diese Komponente – das Pressing ist nicht ausreichend, um den Gegner nachhaltig zu destabilisieren.
Und hier kommt Mbappé ins Spiel. Luis Enrique hat erkannt, dass es nicht ausreicht, Mbappé einfach nur freie Bahn zu geben. „Kylian, du musst den rechten Innenverteidiger angreifen. Wenn du den rechten Innenverteidiger nicht angreifst, können wir dieses Spiel nicht gewinnen. Ich brauche, dass du den rechten Innenverteidiger angreifst, damit wir alle pressen können.“ – diese Worte des Trainers verdeutlichen die neue Philosophie. Es geht darum, Mbappé in das kollektive Pressing zu integrieren, ihn als Schlüsselspieler im System zu sehen. Erst als er diese Rolle akzeptierte, begann das Team wirklich zu fliegen.
Die Zahlen lügen nicht: Der Real Madrid verliert den Anschluss. Solange das Pressing nicht zu einem integralen Bestandteil des Spiels wird, wird es schwer, mit der europäischen Elite mitzuhalten. Die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass taktische Flexibilität und kollektives Pressing heute wichtiger sind als individuelle Geniestreiche. Die Madrilenen müssen sich dringend anpassen, andernfalls droht ihnen eine weitere Saison ohne großen Erfolg.
