Real madrid darf gegen hapoel mit fans: sicherheitslage entschärft, play-offs bleiben offen
Das Pablo-Picasso-Hallenstadion wird am Dienstag und Donnerstag nicht leer bleiben: Nach einer Krisensitzung von Madrids Regierungsdelegation, Klubspitze und Sicherheitskräften genehmigte die Polizei den Zutritt von Dauerkarteninhabern – allerdings nur mit vorab registrierten IDs und einem offiziellen Übertragungsformular, falls der Platz weitergegeben wurde. Der Hintergrund: Die Risikoeinstufung für israelische Auswärtsspiele ist seit den Massenprotesten im Winter deutlich gesunken.
Warum die behörden umschwenken
Die Zahlen sind eindeutig: Im November zählten die Geheimdiensten noch 23 angemeldete Demonstrationen mit mehr als 1.000 Teilnehmern in der Hauptstadt; im April waren es gerade mal drei, alle unter 200 Personen. „Die Lage ist beruhigt, aber nicht entspannt“, sagte ein Beamter nach der Runde im Consejo Superior de Deportes. Deshalb bleibt die innere Ringstraße rund um den Palacio de Deportes während der Partien gesperrt, und mobile Absperrgitter verhindern spontane Versammlungen.
Für Real Madrid kam die Freigabe zur rechten Zeit. Der Klub hatte bereits signalisiert, ein Geisterspiel wirtschaftlich nicht akzeptieren zu wollen – die Ticketeinnahmen für zwei Heimspiele belaufen sich auf rund 1,4 Mio. Euro. Noch wichtiger: Ohne Rückhalt auf den Rängen drohte ein psychologischer Nachteil gegen Hapoel Tel Aviv, das sich in den vergangenen Wochen auf aggressive Fan-Unterstützung in der Yad-Eli-Eli-Arena verlassen konnte.

Was die fans beachten müssen
Wer ins Stadion will, muss sich online registrieren; der personalisierte QR-Code wird erst nach Abgleich mit der nationalen Datenbank freigeschaltet. Mitbringen dürfen nur kleine Transparente ohne politische Botschaft – alles, was in Richtung Nahost-Konflikt interpretiert werden könnte, wird an der Drehkreuzkontrolle konfisziert. Die Kapazität wird voraussichtlich auf 11.000 Plätze gedrosselt, normales Kontingent wären 13.500.
Die Entscheidung ist wasserdokumentiert: Sollte es dennoch zu Zwischenfällen kommen, trägt der Verein die volle Haftung. Das interne Protokoll sieht vor, bei jedem Verstoß sofort die Partie zu unterbrechen und – im Wiederholungsfall – die Halle zu räumen. Ein Szenario, das niemand ernsthaft für realistisch hält, das aber juristisch die Verantwortung klar auf Florentino Pérez und seine Vorstandsetage überträgt.
Mit der Zustimmung durch die Behörden erhält die Serie einen zusätzlichen Schuss Adrenalin. Die Bilanz steht 1-1, beide Teams haben ihre Heimspiele gewonnen. Wer jetzt die besseren Nerven behält, entscheidet vielleicht an der Dreierlinie – oder eben auf den Rängen, wo 11.000 lautstarke Madrilenien wieder mitfiebern dürfen.
