Real madrid am rande der krise: schiedsrichter-debakel befeuert titelträume

Der Traum von der spanischen Meisterschaft gleitet dem Real Madrid immer weiter davon – und die Anhänger sind sich sicher: Die Schiedsrichter haben maßgeblich dazu beigetragen. Nach dem 1:1 gegen Girona brodelte es in Valdebebas, vor allem wegen einer strittigen Szene, die den VAR offenbar über den Haufen geworfen hat.

Arbeloa schlägt die alarmglocken: „elfmeter hier und auf dem mond“

Arbeloa schlägt die alarmglocken: „elfmeter hier und auf dem mond“

Die Aufregung war greifbar, als Álvaro Arbeloa, Pressesprecher des Real Madrid, nach dem Spiel in die Mikrofone sprach. Seine Worte waren unmissverständlich: „Das war ein Elfmeter, hier und auf dem Mond.“ Seine Kollegen in der TV-Abteilung waren ebenso wenig zurückhaltend, und die Wortwahl lässt sich besser nicht beschreiben. Ein klarer Elfmeter, der nicht gegeben wurde – und das in einer Phase der Saison, in der jeder Punkt zählt.

Trainer Ancelotti wirkte frustriert, aber gefühlt schon abgestumpft: „Eine Woche mehr, eine Entscheidung gegen uns. Das ist, was wir haben.“ Die bittere Ironie: Kylian Mbappé wurde zuvor für eine deutlich mildere Aktion abgepfiffen. Die Geschichte wiederholt sich – und das ist es, was die Fans so wütend macht. Die Erinnerungen an Mallorca, wo ähnliche Fehlentscheidungen zu einer Niederlage führten, sind noch frisch.

Das Problem liegt tiefer. Der Verein drängt auf einen kompletten Neuanfang im Schiedsrichterwesen. Die jüngsten Veränderungen, wie die Berufung von Fran Soto an die Spitze des CTA (Comité Técnico de Árbitros), werden als reine Kosmetik betrachtet. Die Entscheidung gegen Mbappé reiht sich ein in eine lange Liste von Fehlentscheidungen, darunter auch ein möglicher Handelfmeter eines Spielers von Mallorca in der Anfangsphase eines weiteren Spiels.

Die Stimmung im Vestiaire ist gedrückt. Zwar räumt man ein, dass in Auswärtsspielen wie in Son Moix oder eben gestern mehr abgerufen werden muss, doch das Gefühl, systematisch benachteiligt zu werden, ist weit verbreitet – zumindest in den spanischen Wettbewerben. Die Champions League ist da ein anderes Kaliber, wo Fehler zwar vorkommen mögen, aber nicht als bewusst gelenkt wahrgenommen werden.

Die Liga ist so gut wie verloren, doch die Spieler blicken bereits nach München. Es ist ein Wunder, das sie jetzt schon zu schaffen suchen müssen, denn Real Madrid hat noch nie eine Champions-League-Eliminierung nach einer Auswärtsniederlage im Hinspiel gedreht. Die Kälte des Publikums und die desolaten Spieler nach dem Unentschieden gegen Girona zeigten keine Verbindung, die Hoffnung auf den Trip nach Deutschland macht.

Trotz allem klammern sich die Madrilenen an den Glauben fest, dass das Schiedsrichterumfeld in Europa anders funktioniert als in Spanien. Die Wahrheit ist: Die Aufgabe, die vor ihnen liegt, ist monumentar.