Raimund gewinnt weltcup – prevc wegen zu langer ski raus
Lahti, 6. März 2026: Philipp Raimund steht ganz oben auf dem Podium. Nicht weil er der Weiteste war – sondern weil Domen Prevc disqualifiziert wurde. Der Slowene, der die gesamte Saison nach Belieben dominiert hat, flog in diesem einzigartigen Wettkampf am weitesten, war beim Materialcheck aber zu leicht für seine Ski. Zu lang, lautet die nüchterne Erklärung der Kampfrichter. Und damit war Prevc draußen.
Ein wettkampf, den es so kaum je gab
Lahti spielte an diesem Freitag nach eigenen Regeln. Kein zweiter Durchgang, keine Qualifikation – stattdessen ein einziger XL-Sprung mit 68 Athleten. Der Grund: Der Wettbewerb ersetzte das im November in Ruka wegen Sturms ausgefallene Springen, und das straffe Tagesprogramm rund um die Salpausselkä-Schanzen ließ schlicht keine Zeit für mehr. Die Nordischen Kombinierer standen ab 16 Uhr mit ihren Läufen auf dem Programm. Also: einmal springen, fertig.
In diesem Format kam Philipp Raimund auf 122,5 Meter. In der ersten Wertung lag er damit 9,5 Punkte hinter Prevc. Dann griff das Reglement. Der Olympiasieger von der Normalschanze wurde zum Sieger erklärt – seinem ersten Weltcup-Triumph überhaupt.

Was prevcs disqualifikation bedeutet – und was nicht
Für Domen Prevc wäre es der 14. Saisonsieg gewesen. Nur noch einer hätte gefehlt, um den Saisonrekord seines Bruders Peter Prevc aus der Saison 2015/16 einzustellen. Der bleibt jetzt unangetastet – zumindest vorerst. Doch der große Schmerz hält sich in Grenzen: Auch ohne diesen Sieg hat sich Domen Prevc längst den Gesamtweltcup gesichert. Die Disqualifikation kostet ihn Punkte, aber nicht die Krone der Saison.
Hinter Raimund klassierte sich Daniel Tschofenig aus Österreich mit nur 0,7 Punkten Rückstand auf Rang zwei. Bronze ging an Vladimir Zografski, der für das deutsche Team trainiert und wie Tschofenig 124,5 Meter sprang – der weiteste Satz des Tages, der ihm trotzdem nur Platz drei einbrachte.

Das deutsche team bleibt unter seinen möglichkeiten
Raimund strahlte, der Rest des DSV-Sextetts haderte. Pius Paschke landete mit 120 Metern auf Position zwölf. Karl Geiger kam mit 115 Metern nicht über Rang 23 hinaus. Am härtesten traf es Andreas Wellinger: Genau in seinem Moment gab es am Schanzentisch Rückenwind – 109 Meter, Platz 38. Pech, das im Skispringen manchmal alles entscheidet.
Luca Roth landete bei 109,5 Metern auf Rang 41. Felix Hoffmann schloss das Quintett mit 106,5 Metern und Platz 44 ab – ein weiteres Zeichen dafür, dass er an die starke Form vom Saisonbeginn noch nicht wieder herangekommen ist.
Raimund feiert also seinen ersten Weltcup-Sieg auf eine Art, die die Geschichtsbücher wohl mit einem Sternchen versehen werden. Aber ein Sieg ist ein Sieg – und für einen Olympiasieger, der lange auf diesen Moment gewartet hat, zählt das Ergebnis, nicht der Weg dorthin.
