Raimund fliegt, prevc herrscht: deutscher hoffnungsschimmer auf dem kulm
48,2 Punkte trennen Philipp Raimund vom Sieg – klingt nach einer Welt, ist auf der Kulm-Schanze aber ein Sprung, der ins Ziel gehen kann. Der 25-jährige Olympiasieger lieferte sich am Samstag ein Doppelduell mit der 235-Meter-Anlage und dem slowenischen Überflieger Domen Prevc. Ergebnis: Sechster Platz, beste Skiflug-Platzierung seiner Karriere, und ein Körper voller Adrenalin für den zweiten Einzelwettkampf heute um 13:30 Uhr.
Der kulm zählt flüge, keine worte
Während Prevc souverän mit 238 m und 235 m die Konkurrenz zerlegte, musste Raimund nach seiner Rückkehr aus Peking erst wieder Luft holen. „Ich bin mit dem Resultat vollauf zufrieden“, sagte er nach dem Springen – und meinte damit nicht nur Rang sechs, sondern auch die Tatsache, dass seine beiden Wettkampfsprünge gleichzeitig seine einzigen Trainingssprünge auf dieser Schanze waren. Die fliegende Schulung zahlt sich aus: Die Sprungrichtung stimmt, die Landung ist sauber, die Punkte kommen.
Andreas Wellinger weiß, wie schnell sich das Blatt wenden kann. 2024 holte er hier Silber und Team-Bronze. Gestern wurde er Neunter – keine Medaille, aber ein Indikator. „Die Flüge gehen in die richtige Richtung, einfach dranbleiben“, kommentierte er knapp. Seine 223,5 m im ersten Durchgang ließen ihn kurz aufschließen, im zweiten verpasste er den Anschluss an die Top-5 um 12 Punkte. Dennoch: Mit Wellinger und Raimund haben die DSV-Trainer zwei Heißläufer, die die slowenische Vormachtstellung vor allem mental schon jetzt rütteln.

Der rest schaut zu – oder fliegt raus
Karl Geiger landete auf Rang 20, solide, aber ohne Zündstoff. Dahinter wird’s dünn. Felix Hoffmann, Pius Paschke und Nachwuchsmann Luca Roth schafften die Qualifikation zum zweiten Durchgang nicht. Für sie endete der Tag nach 180 Metern. Die Konsequenz: Wer auf der Kulm keine Länge findet, fliegt buchstäblich aus der Wertung. Die Schanze verzeiht keine Halbherzigkeit.
Der TV-Plan für heute ist simpel: ARD und Eurosport senden linear, alle Streams laufen über sportschau.de, DAZN, Discovery+ oder HBO Max. Parallel liefert Sport1.de den Tickerservice – praktisch für alle, die auf Arbeit die Leitung glühen lassen wollen. Doch egal wie man zuschaut, die Frage bleibt dieselbe: Schafft Raimund den Sprung aufs Podest oder bleibt Prevc unantastbar?
Die Antwort folgt um 13:30 Uhr. Dann zählt wieder nur die Flugzeit. Und die ist auf dem Kulm länger als irgendwo sonst.
