Raab rettet union den sieg – und bricht sich dabei die hand
Matheo Raab wurde am Sonntagabend zur Lebensversicherung des 1. FC Union, zahlte den Heldenmoment mit einer Handverletzung. Der Ersatztorwart parierte in der 101. Minute noch den Schuss von Niklas Beste, hielt den 2:1-Auswärtssieg in Freiburg fest – und hatte bereits die gebrochene Hand in einem provisorischen Verband. Die Diagnose folgte am Montag: Mehrere Wochen Pause.
Der preis für den sieg: union verliert seinen retter
Die Szene war kurios, irreal und gleichzeitig das perfekte Bild für einen Abend, an dem Union alles schien zu gelingen. Raab, 27, eigentlich Drittorwart, stand erstmals in der Bundesliga zwischen den Pfosten. In der elften Minute der Nachspielzeit warf er sich nach rechts, parierte den Dropkick von Beste, der Ball prallte gegen seine bereits verletzte Hand. Die Fans jubelten, Raab spürte nur noch Schmerz. „Ich hab nur noch gefühlt, wie meine Hand einschlägt“, sagte er noch auf dem Platz.
Die Leistung war spektakulär, das Opfer bitter. Union bestätigte am Montag, dass sich Raab eine Fraktur zugezogen hat. Wie lange er genau ausfällt, bleibt offen. Der Klub spricht nur von „mehreren Wochen“. Für Union eine kleine Katastrophe. Stammtorwart Frederik Rönnow laboriert an einer Oberschenkelverletzung, Zweitkeeper Carl Busch ist bereits seit Wochen out. Jetzt auch noch Raab.

Notlösung zwischen den pfosten
Trainer Bo Svensson muss umdenken. Gegen RB Leipzig am kommenden Wochenende wird wohl ein Nachwuchstorwart rücken. Die Optionen: Lennart Grill, der zuletzt in Leipzig vergeblich auf Einsätze wartete, oder Youngster Tim Schreiber aus der U23. Eine Lösung, die im Abstiegskampf nach hinten losgehen kann. Die Tabelle ist eng, Union steht mit 26 Punkten auf Platz 14, nur zwei Zähler trennen die Berliner vom Relegationsplatz.
Raab selbst nimmt es mit Galgenhumor. „Wir konnten nicht mehr wechseln, also hab ich mir gesagt: Zähne zusammenbeißen, Handschuh wieder an und das Ding über die Bühne bringen“, sagte er nach dem Spiel. Es klang nach einem alten Käfighelden, der sich selbst nicht schont, wenn der Klub ihn braucht. Genau das war er in dieser Nacht.
Union gewann, aber der Sieg hat seinen Preis. Die Kaderplanung ist auf den Kopf gestellt, die personelle Lücke zwischen den Pfosten wird zum Risiko. Für Raab bleibt der Trost: Er hat sich in die Geschichtsbücher der Eisernen gespielt – mit einer Rettungstat, die ihn selbst ausbremst.
