Psg: von dieselbetrieb zur höchstleistung – kann paris die champions league erobern?
Paris. Der Parc des Princes bebte, als der FC Liverpool am Mittwochabend die Überlegenheit des Paris Saint-Germain schmerzlich zu spüren bekam. Doch hinter dem 2:0-Erfolg verbirgt sich eine Geschichte der Geduld, des Ausgleichs und einer Mannschaft, die sich erst jetzt, im entscheidenden Moment der Saison, in Topform bringt. Die Frage, die sich nun stellt: Ist dieser späte Aufschwung genug, um die Champions League zu gewinnen?
Die strapazen der vorrunde: ein marathon, kein sprint
Die Saison begann für PSG alles andere als ideal. Nach einem gefühlten ewigen Saisonstart, der kaum eine Pause zwischen dem Weltpokal und der Supercopa beinhaltete, agierte das Team lange Zeit in einem „Modus Diesel“, wie es Luis Enrique treffend formulierte. Die Mannschaft schien schlichtweg nicht bei Kräften, was sich in der überraschenden Niederlage gegen den Paris FC im Coupe de France und dem zähen Kampf um die Tabellenführung in der Ligue 1 widerspiegelte. Bereits im August, nach dem knappen Sieg gegen Tottenham, räumte Enrique offen ein: „Sie waren fitter als wir.“
Die fehlende Frische wirkte sich auf das Spiel aus. Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass PSG zwar weiterhin über eine beeindruckende Offensivkraft verfügt – 36 Tore in der Champions League, 260 Torschüsse, 486 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum – gleichzeitig aber auch die meisten Chancen vergibt (35). Ein Zeichen dafür, dass die Abstimmung und die Präzision noch nicht optimal sind.

Die kehrtwende: ruhe und regeneration zahlen sich aus
Doch nun scheint sich die Geduld auszuzahlen. Seit der Niederlage gegen Monaco Anfang März hat PSG eine beeindruckende Serie von fünf gewonnenen Spielen in Folge hingelegt – das dritte Mal in dieser Saison und das erste Mal seit Januar. Entscheidend scheint die gesteigerte Möglichkeit zur Regeneration zu sein. „Je mehr Ruhe ich meinen Spielern geben kann, sowohl körperlich als auch mental, desto besser werden wir“, betonte Enrique immer wieder. Diese Worte scheinen sich zu bewahrheiten.
Gegen Liverpool präsentierte sich PSG in einer beeindruckenden Form. 75% Ballbesitz, 15 defensive Aktionen im gegnerischen Feld und eine defensive Leistung, die den Liverpoolern kaum Luft zum Atmen ließ. Trainer Jürgen Klopp, dessen Team trotz der Niederlage noch Chancen auf eine Wende im Rückspiel sieht, räumte ein: „Wir hatten Glück, nur zwei Gegentore kassiert zu haben.“
Die Tatsache, dass PSG das Rückspiel gegen Lens verschieben konnte, gibt der Mannschaft zusätzlichen Zeit zur Erholung und Vorbereitung. „Wenn wir für tot erklärt werden, sind wir am Leben“, betonte Achraf Hakimi nach dem Spiel. Ein Ausdruck des unbändigen Willens und der Entschlossenheit, den Titel zu holen.

Die herausforderung: anfield und die eigene effizienz
Die Aufgabe bleibt jedoch gewaltig. Das Rückspiel in Anfield wird eine Zerreißprobe. Und auch die eigene Effizienz muss verbessert werden. Das Spiel gegen Liverpool zeigte, dass PSG zwar in der Lage ist, den Gegner zu dominieren, aber gleichzeitig auch seine Chancen klären muss. Denn in der Champions League zählt nur der Sieg.
Luis Enrique hat angekündigt, dass sich am Spielstil nichts ändern wird. Das bedeutet weiterhin hohen Ballbesitz, schnelles Passspiel und aggressives Pressing. Ob diese Strategie gegen ein aufgeräumtes Liverpool aufgeht, wird sich zeigen. Die Zeichen stehen jedoch gut für PSG – ein Team, das sich langsam, aber stetig, in eine ernstzunehmende Kraft entwickelt hat.
