Preud'homme warnt vor spanien: 'clavaría eine bandera!'
Die spanische Nationalmannschaft, als vermeintlicher Gruppengegner Belgiens im Viertelfinale der WM, birgt eine Gefahr, die weit über die reine Ballbesitzquote hinausgeht. Michel Preud'homme, der belgische Fußball-Experte und ehemaliger Torwart, hat in seiner jüngsten Analyse für Le Soir eindringlich vor der unterschwelligen, fast schon hypnotischen Art und Weise Spaniens gewarnt.

Spanien: ein team der extreme
Preud'homme beschreibt Spanien als eine Mannschaft voller Kontraste – ein Team, das gleichzeitig frustrierend und brillant sein kann. Die ständige Ballbesitzspielweise kann zwar anstrengend sein, wird aber zur echten Gefahr, sobald Spanien beschließt, die Abwehr der Gegner frühzeitig zu attackieren. Die technische Finesse der spanischen Spieler erlaubt es ihnen, im entscheidenden Moment den perfekten Pass zu spielen und so gefährliche Situationen zu kreieren. Diese Dualität macht es für gegnerische Mannschaften so schwer, sich auf Spanien einzustellen.
Die Gefahr liegt, so Preud'homme, darin, sich von der vermeintlichen Langsamkeit Spaniens in die Irre führen zu lassen. „Sie betäuben ihren Gegner zuerst und pflanzen ihm dann eine Bandera“, so der ehemalige Torwart. Doch er räumt ein, dass eine zu lange Zögerlichkeit im Angriff auch zu einem zähen und wenig unterhaltsamen Spiel führen kann.
Ein Schlüsselspieler für Spanien ist dabei Mikel Merino. Er bietet die vertikale Durchschlagskraft, die dem Spiel der Iberer oft fehlt. Im Gegensatz zu Spielern wie Rodri, Pedri, Dani Olmo oder Fabián Ruiz, die häufig darin gefangen sind, den Ball in engen Räumen zu halten, sucht Merino aktiv den Weg nach vorne und öffnet so die gegnerische Abwehr.
Die defensive Stabilität Spaniens ist beeindruckend. Luis de la Fuente’s Mannschaft hat in dieser WM noch kein einziges Tor kassiert. Preud'homme führt dies auf eine außergewöhnliche organisatorische Disziplin in der Abwehr zurück, insbesondere im Falle eines Ballverlustes. Diese defensive Stärke ist genauso wichtig wie das offensive Talent der Spieler.
Es wird für Belgien keine leichte Aufgabe sein, den Ball von Spanien zurückzugewinnen, selbst wenn sie versuchen, schnelle Konter zu starten. Preud'homme betont, dass selbst ein kleiner Fehler zu einem schnellen Umschaltmoment führen kann, der das Spiel wenden kann. „Wir haben vielleicht eine Lösung gefunden, aber mit diesem Talent reicht eine einzige Aktion, um ein Spiel zu verändern“, mahnt der Experte.
Lamine Yamal, der junge Star der spanischen Mannschaft, wird ebenfalls intensiv beobachtet. Die Gegner passen ihre Taktik bereits an, um ihn zu neutralisieren, ähnlich wie es in Belgien bei Jeremy Doku der Fall war. Der enorme Druck, der auf dem jungen Flügelspieler lastet, ist immens, aber Preud'homme ist überzeugt, dass Yamal auch unter diesen Umständen mit einem einzigen genialen Moment das Spiel entscheiden kann. Die Frage ist, ob die belgische Abwehr ihm diesen Raum gewähren wird.
Die WM 1986 in Mexiko bleibt ein schmerzhaftes Kapitel in der belgischen Fußballgeschichte. Spanien war damals der Gegner, und die Erinnerung an diese Niederlage lastet noch immer. Dieses Viertelfinale ist somit nicht nur ein Spiel, sondern auch eine Chance zur Revanche.
