Premier league wirft 637 millionen euro in beraterluken – chelsea brennt rekordsumme

637,4 Millionen Euro – das haben englische Klubs in dieser Saison allein an Spielerberater überwiesen. Ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Die Premier League macht den Löwenanteil: 531 Millionen Euro verschwinden in den Konten von Agenten. Chelsea führt diese zweite Tabelle mit 75,2 Millionen Euro an, während der Verein gleichzeitig die größten Verluste seiner Geschichte veröffentlicht.

Wer zahlt, fliegt nicht automatisch

Die Rechnung geht nicht auf. Burnley, Schlusslicht der Premier League, hält sich mit 9,9 Millionen Euro bedeckt – und steht trotzdem vor dem Abstieg. Die Wolves (30 Millionen) und West Ham (21,2 Millionen) stecken tief in der Tasche, rutschen aber ebenfalls nicht. Die These, dass Geiz den Abstieg beschert, widerlegt sich an der Tabelle.

Oben in der Agenten-Rangliste: Aston Villa mit 44,4 Millionen Euro, Manchester City mit 43,4 Millionen. Dahinter folgt eine Gruppe von sieben Klubs, die jeweils mehr als 30 Millionen Euro zahlen. Die durchschnittliche Prämie pro Verein liegt bei 26,6 Millionen Euro – ein Wert, der die Bundesliga, LaLiga und Serie A in den Schatten stellt.

Championship: neuling wrexham mischt auf

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Auch in der zweiten Liga wächst die Staffel. Wrexham, die Hollywood-Truppe um Ryan Reynolds, schreibt nach dem Aufstieg direkt 4,2 Millionen Euro an Beraterhonorare auf. Das reicht für Rang sechs. Spitzenreiter Ipswich Town, letzte Saison noch in der Premier League, überweist 13,6 Millionen Euro. Die Traditionsklubs Southampton (9,7) und Leicester (6,8) folgen, obwohl Leicester zwischenzeitlich Richtung Drittklassigkeit driftet.

Die Championship-24 klopfen im Schnitt 3,4 Millionen Euro pro Klub an Makler. Eine Zahl, die längst höher ist als in mancher ersten Liga Europas.

Frauenfußball überholt viertliga-männer

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Die Women’s Super League (WSL) hat in dieser Saison 4,4 Millionen Euro an Berater gezahlt – mehr als die komplette League Two, die männliche Viertklassigkeit. Die zweithöchste Frauenliga kommt noch einmal mit 611 000 Euro hinzu. Der Frauenmarkt wächst also nicht nur medial, sondern auch finanziell – und zwar schneller als viele Beobachter vermutet hätten.

Die Botschaft lautet: Geld regiert die Insel, aber nicht unbedingt die Tabelle. Die Premier League feiert Rekordeinnahmen und rekordverdächtige Ausgaben, doch wer am meisten zahlt, steht am Ende nicht zwingend oben. Chelsea kauft sich teuer in eine Krise – und die Agenten lachen sich ins Fäustchen bis zur nächsten Transferperiode.