Pozo: vom nobody zum copa-helden – und fast noch aufstieg!
Torres Vedras bebt! Manu Pozo, der argentinische Angreifer, hat mit dem Torreense P. eine Sensation erlebt. Der Ex-Spieler von Betis, Covadonga, Sporting und Valladolid hat in Portugal fast schon Fußball-Legendenstatus erreicht, bevor ihn nun eine schmerzhafte Verletzung ausgerechnet vor dem großen Finale stoppt.
Ein ungewöhnlicher weg zum ruhm
Wie landete Pozo überhaupt beim Torreense? Nach Vertragsende bei Valladolid ergab sich diese Chance quasi aus dem Nichts. Die erste Liga Federación schien das Ziel zu sein, doch er entschied sich für ein Abenteuer – eine Wette, die sich nun auszahlt. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagt er selbst, und in seinem Fall scheint es zu stimmen.
Zwei Jahre in Torres Vedras, und plötzlich steht man im Finale um den Copa del Portugal und kämpft um den Aufstieg in die erste Liga. „So etwas habe ich mir nicht vorstellen können“, gesteht Pozo ehrlich. „Die letzte Saison waren wir knapp dran, dieses Jahr haben wir die nötige Durchschlagskraft bewiesen.“
Seine Bilanz spricht für sich: 20 Tore und sieben Assists in 66 Spielen. Eine beeindruckende Leistung, die ihm die Wertschätzung der Fans eingebracht hat. „Ich fühle mich hier wohl, die Leute mögen mich. Die Komplizenschaft mit dem Verein ist von Anfang an da.“
Ein kleiner Unterschied zum spanischen Fußball sei zwar der körperbetonte Stil, aber insgesamt fühle er sich wohl. „Die meisten von uns sind gekommen, um sich in einem anderen Land zu beweisen, das bestmöglich zu tun… aber niemand hat gedacht, dass so etwas passieren könnte.“

Die stadt lebt für torreense
Die Stadt Torres Vedras ist komplett hinter dem Torreense P. – ein Phänomen, das Pozo so noch nicht erlebt hat. „Es kommen 500 bis 600 Leute zu unseren Auswärtsspielen, das ist unglaublich! Sie glauben an uns, an einen kleinen Verein, der Großes erreichen kann.“
Sein Trainer, Luís Tralhao, ist der Bruder von Joao Tralhao, zweitem Trainer von José Mourinho. „Wir sind super zufrieden mit ihm“, lobt Pozo. „Er hat uns aus einer schwierigen Phase geholfen.“
Torreense P. steht für einen „associativen“ Fußball, wie Pozo es beschreibt: „Der Trainer mag es, dominant zu spielen, auch wenn die Gegner uns manchmal etwas anderes abverlangen. Fußball ist unberechenbar. Wir wollen den Ball haben, Chancen kreieren und diese auch nutzen.“

Ein traum geht zu bruch
Doch nun steht der Traum vom Aufstieg und dem Copa-Sieg plötzlich in Frage. Pozo zog sich einen Riss im Retinaculum zu und musste operiert werden. „Es ist natürlich bitter, dass es jetzt passiert, kurz vor dem Finale. Aber ich werde alles dafür geben, schnell wieder fit zu werden.“
Die Frage, ob er lieber die Copa gewinnen oder aufsteigen würde, beantwortet er ohne zu zögern: „Das Erreichen des Copa-Finales war unerwartet, aber der Aufstieg in die erste Liga würde das Leben des Vereins verändern – und nicht nur für uns, sondern für die ganze Stadt.“
Die Fans vermissen ihn bereits. „Sie sagen mir, ich soll so schnell wie möglich zurückkommen. Ich bekomme Geschenke, Bilder… es ist überwältigend.“
Das Finale gegen Sporting CP wird ohne ihn stattfinden. „Sie sind ein Champions-League-Team, eines der besten Europas. Es wird schwer, aber wir werden alles versuchen, ihre Schwächen zu finden.“
Die „Familia española“ des Torreense, bestehend aus Spielern wie Alejandro Alfaro, Musa Drammeh, Arnau Casas und Unai Pérez, steht fest zusammen. „Wir verstehen uns blendend, sind jung und haben die gleichen Ziele. Auf dem Platz merkt man diese Verbindung, und auch außerhalb des Platzes verbindet uns eine tiefe Freundschaft.“
Pozo blickt nach vorne, auch wenn seine Zukunft ungewiss ist. „Ich bin zufrieden, aber ich würde gerne wieder in Spanien spielen. Es ist mein Land, meine Freunde und meine Familie sind dort.“
Das Hinspiel gegen Casa Pia endete 0:0. „Sie sind ein starkes Team, mit individuell überlegenen Spielern. Es wird ein schwieriges Spiel, das wir wie ein Finale angehen müssen.“
Die Verletzung mag ihn von der aktuellen Erfolgsgeschichte ausschließen, doch Manu Pozo hat in Torres Vedras eine Geschichte geschrieben, die in die Vereinschronik eingehen wird. Seine Leistung hat nicht nur den Torreense P. auf die Landkarte gebracht, sondern auch den Glauben an das Unmögliche in einer ganzen Stadt neu entfacht.
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