Portugal-rally: grubenrettung und ogier übernimmt die führung!

Chaos und Dramatik prägten die erste volle Etappe des Rallye Portugal – und das auf eine Art und Weise, die angesichts der Sicherheitsbedenken der Vergangenheit schlichtweg alarmierend ist. Ein Bagger auf der Strecke von Arganil sorgte für eine Szene, die nur knapp eine Katastrophe verhinderte, während andere Fahrer mit unerklärlichen Hindernissen konfrontiert wurden. Sébastien Ogier nutzte das Durcheinander, um die Spitze zu übernehmen, doch der Tag wird vor allem für seine beinahe fatalen Umstände in Erinnerung bleiben.

Ein bagger auf der strecke – ein skandal?

Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache: Ein Bagger, mitten im Parcours der Rallye Portugal, während die Weltklasse-Fahrzeuge auf dem Weg sind. Elfyn Evans, der bis dato führende Pilot, musste notbremsen, um dem Hindernis auszuweichen. Glücklicherweise kam es nicht zu einem Unfall, doch die Frage nach der Verantwortung bleibt offen. War es ein Versehen, Fahrlässigkeit oder steckt mehr dahinter? Die Organisatoren stehen vor einer harten Nuss, um diesen Vorfall aufzuklären und die Sicherheit der Fahrer künftig zu gewährleisten. Oliver Solberg klagte zudem über Polizisten an gefährlichen Stellen, was die generelle Organisation der Rallye in Frage stellt.

Ogier profitiert vom Chaos

Während die Verantwortlichen die Vorfälle untersuchen, hat Sébastien Ogier die Gunst der Stunde genutzt. Mit drei Bestzeiten in Folge übernahm der erfahrene Franzose die Führung der Rallye. Thierry Neuville hielt als Zweiter dicht auf, während Evans mit einem Rückstand von mehr als 30 Sekunden nun hinter den Erwartungen zurückliegt.

Fourmaux’s albtraum und sordo im kampf

Fourmaux’s albtraum und sordo im kampf

Doch das Drama beschränkte sich nicht nur auf den Bagger. Adrien Fourmaux erlebte einen desaströsen Tag. Nach einer zunächst vielversprechenden Leistung verlor er die Kontrolle über seinen Hyundai in Góis, kam von der Strecke ab und erlitt einen schweren Schaden an der Seitenlinie. „Ich habe die Bremsen verloren und bin weit gefahren“, erklärte der enttäuschte Franzose. Seine Ambitionen sind damit vorerst geplatzt.

Auch Dani Sordo hatte keinen optimalen Tag. Ein Ausflug kurzseits der Strecke und ein gefährlicher Sprung, der fast die Aufhängung zerstörte, bremsten den Spanier aus. „Ich bin nicht im Rhythmus“, gab er zu. Er kämpft um den achten Platz, der unter Umständen das Beste ist, was er erreichen kann. Im WRC2 glänzt hingegen der junge Spanier Jan Solans mit einer beeindruckenden Leistung und führt die Kategorie der Rally2-Fahrzeuge an.

Die Rallye Portugal steht somit vor einer entscheidenden zweiten Etappe. Die Ereignisse von heute haben gezeigt, dass die Sicherheit der Fahrer oberste Priorität haben muss – und dass selbst erfahrene Weltmeister wie Ogier von äußeren Umständen beeinflusst werden können. Ob die Organisatoren die Lektionen aus diesem Tag ziehen und die Rallye in Zukunft sicherer gestalten können, wird sich zeigen.