Pogacars generalprobe in der schweiz vor tour-blitz nr. 5

Die Maschine heißt wieder auf. Nach nur zwölf Wettkampftagen seit Strade Bianche rollt Tadej Pogacar diese Woche zum Tour de Suisse an den Start – und damit direkt in sein letztes Feintuning vor dem fünften Tour-de-France-Angriff. Keine Pause, kein Testlauf, sondern Konkurrenz-Niedermachung im Serienmodus.

Neun siege, elf renntage – die zahlen lügen nicht

Elf Starts, neun Siege. Drei Monuments, Strade Bianche, die Gesamtwertung der Tour de Romandie plus vier Etappen obendrauf. Während andere noch nach Luft schnappen, stapelt der Slowene Triumphe wie andere Stempel im Sammelheft. Die Formkurve zeigt senkrecht nach oben, das Trainingslager in Sierra Nevada war laut UAE lediglich eine Geheimwaffe polieren.

„Ich fühle mich stark und motiviert, zumal es mein allererstes Suisse-Debüt ist“, erklärte Pogacar gestern in Gstaad. Das klingt nach Understatement, ist aber Programm: die Runde der Schweiz gehört zu den letzten Etappenrennen, die ihm im Palmarès noch fehlen.

Uae schickt garde, konkurrenz schickt verzweiflung

Uae schickt garde, konkurrenz schickt verzweiflung

Seine sieben Helfer lesen sich wie ein Who-is-Who der Klassement-Arbeiter: McNulty, Wellens, Politt, Narváez, Grobschartner, Novak – dazu der flexible Del-Toro-Ersatzmann. Das Team verteidigt den Titel von João Almeida (2025) und Adam Yates (2024) zugleich.

Doch die Gegner wissen: wer gegen Pogacar angreift, braucht entweder einen Hubschrauber oder einen schweren Sturz des Favoriten. Carapaz, Landa, Mas, Roglic, Van der Poel und Pidcock haben sich trotzdem angemeldet – aus reiner Gier oder Verzweiflung. Movistar setzt auf das Comeback-Duo Mas/Quintana, Bahrain bringt Giro-Überraschung Tiberi plus Eulálio, EF stellt Carapaz als Sprengfalte auf.

Teststrecke für juli – mit risiko

Teststrecke für juli – mit risiko

Die Streckenführung bietet fünf echte Prüfungen: zwei Bergetappen mit Finale ab 1 800 m, ein 15-km-Einzelzeitfahren und die obligatorische Sprint-Show. Perfekt, um die letzten Prozent am Berg zu schruppen oder die Einstellung des SRM-Computers zu verfeinern.

Das Risiko: ein Sturz, ein Schnupfen, ein Platten – und der Juli-Traum platzt. Aber wer Tadej Pogacar kennt, weiß: er fährt nicht zum Probieren, er fährt zum Zerstören.

In elf Tagen wird er sich wieder verabschieden – mit einem weiteren Sieg im Gepäck und nur einem Gedanken: Paris wartet.