Pogacars freundin urska zigart packt aus: „ich wurde zur zielscheibe“
Monaco – Sie ist Profi, Olympiateilnehmerin, Top-Ten-Fahrerin im Giro – und trotzdem bleibt sie für viele „die Freundin von“. Urska Zigart hat die Nebenrolle satt. Im Gespräch mit „Cyclingnews“ wirft die Slowenin einen Blick hinter die Kulissen des Radsport-Zirkus, der nicht nur Champagner und Velodrom riecht.
Die 29-Jährige erzählt, wie Kameras und Mikrofone sie jagten, lange bevor sie selbst ein Ergebnis eingefahren hatte. „Ich fühlte mich beobachtet, als wäre jeder meiner Fehler ein Klickköder“, sagt sie. Der Grund: Ihr Partner trägt den Namen Tadej Pogacar. Dreimal Tour-de-France-Sieger, Superstar, Herzensbrecher. „Plötzlich war mein Training keine Privatsache mehr. Ich habe gedacht: Wenn ich heute schlecht bin, ist das morgen der Titelseiten-Witz.“
Der preis der nähe
Die Zahlen sprechen für Zigart: 2026 fuhr sie in allen drei grossen Etappenrennen der Frauen in die Top Ten – beim Giro, der Tour de Suisse, der Tour de Romandie. Dennoch lautet die erste Google-Frage nach ihrer Person: „Wie heisst Pogacars Freundin?“ „Das nagt“, gesteht sie. „Ich will nicht für jemand anderen gemessen werden, sondern für meine eigene Power.“
Doch es gibt einen Twist. Die Aufmerksamkeit, die sie früzer zerbrach, hat sie gehärtet. „Ohne den Druck wäre ich heute keine Kämpferin, die in der letzten Bergzeitfahrt noch zulegt.“ Ihr Verlobter, mit dem sie seit 2017 zusammen ist und der vor fünf Jahren offiziell einen Ring draufmachte, half ihr, die Aufregung in Energie zu wandeln. „Tadej ist ein Clown im Gespräch, aber ein Professor auf dem Rad. Er zeigte mir, dass Kritik nur Wind ist – du musst nur richtig liegen.“

Monaco, medien, mittelfeld – und die zukunft
Gemeinsam leben die beiden in Monaco, trainieren auf denselben Passstraßen, teilen sich Ernährungspläne und Spülmaschinen. Die Prominenz bleibt, aber das Narrativ ändert sich. Zigart arbeitet mit Mentalcoaches, liest keine Kommentarspalten mehr und postet nur noch, wenn sie selbst den Auslöser drückt. Ergebnis: ihre stärkste Saison, mehr Sicherheit im Peloton – und ein Angebot, das sie kaum ablehnen will. Insider sprechen von einem neuen Vertrag beim Team AG Insurance-Soudal mit Führungsrolle für 2027.
Die Botschaft ist klar: Wer sie weiterhin nur als Anhang betrachtet, verpasst den Plot. „Ich bin keine Randfigur, sondern eine der Konstanten im Frauenpeloton“, sagt sie und lacht – diesmal nicht in die Kamera, sondern neben ihr. Der Rummel um Pogacar wird bleiben, aber der Name Urska Zigart steht künftig eigenständig unter den Ergebnislisten. Und dort, nicht in Klatschkolumnen, wird sich entscheiden, wie lange die Geschichte noch über sie berichtet.
