Pogacar triumphiert knapp: lipowitz im romandie-sprint geschlagen!
Martigny – Tadej Pogacar hat sich auf der ersten Etappe der Tour de Romandie einen knappen Sieg im Sprintduell gegen den überraschend starken Florian Lipowitz gesichert. Ein Auftaktrennen, das mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert und Pogacars Ambitionen in der Westschweiz gleich zu Beginn auf die Probe stellt.

Lipowitz' überraschungsrolle: ein signal an die konkurrenz
Florian Lipowitz, der nach dem gestrigen Prolog bereits aufhorschend in Erscheinung trat, untermauerte seine Form mit einem beeindruckenden zweiten Platz. Der 25-Jährige hielt dem Druck des Weltranglistenführers stand und bewies, dass er zu den Top-Anwärtern auf den Gesamtsieg gehört. Seine Fähigkeit, im entscheidenden Moment mitzuhalten, ist ein klares Signal an die Konkurrenz.
Die Etappe selbst war von einem überraschenden Bergabstieg geprägt. Nach einer weitgehend flachen Strecke präsentierte sich der Weg nach Ovronnaz mit einer durchschnittlichen Steigung von satten 9,8 Prozent – steiler als der legendäre Alpe d'Huez! Pogacar attackierte erwartungsgemäß, doch Lipowitz ließ nicht locker. Er schloss die Lücke und etablierte sich im Ausreißer-Quartett, das schließlich um den Etappensieg kämpfte.
Pogacar, der seine erste Teilnahme an der Romandie bestreitet, kommentierte das Rennen: „Das war nicht geplant, aber es ist schön, den Sieg geholt zu haben. Auf den letzten 22 Kilometern herrschte Gegenwind, da war ich froh, nicht allein zu sein.“ Diese Aussage offenbart ein gewisses Maß an Erleichterung – Pogacar war offenbar nicht mit dem Verhalten seines Konkurrenten gerechnet.
Die Verfolgergruppe um Primoz Roglic erreichte das Ziel 21 Sekunden hinter dem Quartett. Damit ist der Kampf um die Gesamtwertung eröffnet, und Lipowitz’ lediglich sieben Sekunden Rückstand auf Pogacar lassen auf eine spannende Rundfahrt schließen. Der Weltmeister führt die Gesamtwertung nun mit einem Vorsprung von sieben Sekunden vor Lipowitz an, während Lenny Martinez mit 16 Sekunden Rückstand auf dem dritten Platz liegt.
Am Donnerstag führt die Tour de Romandie von Rue nach Vucherens. Die 173 Kilometer lange Etappe verspricht mit 3100 Höhenmetern eine weitere Herausforderung für die Profis. Ob Lipowitz seine starke Form wiederholen und Pogacar weiter unter Druck setzen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Kampf um den Sieg in der Romandie hat gerade erst begonnen. Die Zahlen lügen nicht: Lipowitz’ zweiter Platz ist ein klares Bekenntnis seiner Form und eine Mahnung an Pogacar, sich nicht zu verstecken.
