Pogacar: der neue radsport-könig – und er ist noch lange nicht fertig!
Tadej Pogacar. Dieser Name hallt derzeit durch die Radsportwelt und das aus gutem Grund. Der junge Slowene dominiert nicht nur, er reißt die Messlatte immer weiter nach oben – und das mit einer scheinbaren Leichtigkeit, die fast unheimlich wirkt.
Unglaubliche geschwindigkeiten und rekorde
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Pogacar ist nicht nur ein schneller Fahrer, er ist der schnellste, den der Radsport je gesehen hat. Allein beim Tempo übertrifft er Legenden wie Iban Mayo, Marco Pantani und Lance Armstrong – und das, obwohl letztere mit Doping in Verbindung gebracht wurden. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Tour de France 2025 von 42,85 km/h ist ein neuer Rekord, der die Konkurrenz in den Schatten stellt. Jonas Vingegaard, sein direkter Herausforderer, konnte lediglich 42,10 km/h erreichen.
Das ist aber nicht alles. Pogacar bezwingt selbst die anspruchsvollsten Anstiege in Zeiten, die zuvor undenkbar waren. Sein Triumph über den Mont Ventoux in 53:47 Minuten unterbot die alte Bestzeit um über eine Minute. Ein Beweis für seine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit und sein unermüdliches Training.

Mehr als nur ein rekordbrecher: ein sympathieträger
Aber Pogacar ist mehr als nur ein Zahlenjongleur. Seine sympathische Art und sein Humor machen ihn zu einem Publikumsliebling. „Pogi“, wie ihn die Szene liebevoll nennt, verbreitet gute Laune und motiviert sein Team. Jan Ullrich schwärmt: „Man muss ihn einfach mögen. Er ist immer gut drauf und verbreitet gute Stimmung.“ Und tatsächlich, Pogacar fährt im Training gerne mal auf dem Hinterrad den Berg hinauf – ein „Wheelie“, das seine spielerische Leichtigkeit unterstreicht.
Hinter der Dominanz steckt harte Arbeit. Das UAE-Team trainiert intensiv, wie Nils Politt, ein wichtiger Helfer in Pogacars Team, bestätigt. Leistungsdaten, die Pogacar auf Strava veröffentlicht, zeigen einen Schwellenwert von beeindruckenden 450 Watt – zehn bis 20 Watt mehr als bei anderen Tour-Siegern. Er hat gezielt zwei Kilo Muskelmasse zugenommen, um auch in den Frühjahrsklassikern stärker zu sein.

Der weg zum rennrad-gott?
Mit vier Siegen bei der Tour de France in seinem Alter ist Pogacar bereits jetzt eine Legende. Und bei der aktuellen Tour ist er erneut der Topfavorit. Sollte er seine Dominanz fortsetzen und fünf Tour-Siege erringen, würde er zu den Radsport-Göttern wie Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain aufschließen. Sein Vertrag bei UAE Emirates bis 2030 und sein Jahresgehalt von acht Millionen Euro deuten darauf hin, dass Pogacar noch lange für Furore sorgen wird.
Allerdings gibt es auch Maßstäbe, die er noch erreichen muss. Während er den Giro d'Italia 2024 bereits für sich entscheiden konnte, fehlen ihm Siege bei den anderen großen Klassikern wie Mailand–Sanremo und Paris–Roubaix. Dort wurde er dieses Jahr Zweiter. Doch angesichts seiner aktuellen Form und seines unstillbaren Hungers nach Erfolg ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Lücke geschlossen wird.
Ralph Denk, Teamchef bei Bora-hansgrohe, ist überzeugt: „Wenn bei der Tour alles normal läuft, wird Pogacar kaum zu schlagen sein.“ Und selbst Eddy Merckx, die Radsport-Ikone, erwartet Großes von dem jungen Slowenen: „Angesichts seiner Qualitäten wäre es nur eine logische Konsequenz, wenn wir ihn in unserem Klub der fünfmaligen Tour-Sieger willkommen heißen.“
