Playoff-fieber in der national league: davos rollt zug platt, rapperswil schlägt fribourg

Samstagabend, 19:30 Uhr, Eisflächen in der Schweiz glühend – und drei Ergebnisse, die die Meisterschaft neu einstampfen. Der HC Davos schoss den EV Zug mit 4:1 ab, Rapperswil-Jona vergiftete Fribourg das Heimspiel (2:1), Ambri-Piotta kratzte sich in den Playouts gegen Ajoie die 3:2-Retour.

Davos stürmt zum 1:0 in der serie

Die Partie begann wie ein Schachduell auf Kufen: kein Risiko, kein Raum, nur gegenseitige Abschirmung. Erst kurz vor der Drittelpause schlug Zug zu – Sven Senteler nagelt die Scheibe aus dem Slot zum 1:0. Davos aber antwortet schon zu Beginn des Mitteldrittels in Überzahl: Matej Stránský entschädigt einen verkorksten Clearance-Versuch mit Direktabnahme – 1:1. Danach ein Monolog in Rot-Blau: Tino Kessler überraschend mit dem 2:1, weil Genoni den Rückhand-Check erst spät sieht. Im Schlussdrittel macht Adam Tambellini den Deckel drauf, kurz vorher noch per Abstauber, dann in numerischer Überlegenheit zur Endmarkierung 4:1. Davos führt in der Best-of-Seven-Serie – und wirft dem Regular-Season-Riesen Zug die erste Niederlage seit 18 Spielen um die Ohren.

Rapperswil entzaubert fribourg dank taibel-deflektion

Rapperswil entzaubert fribourg dank taibel-deflektion

Tempo, Körper, Emotion – das erste Drittel zwischen Gottéron und den Lakers war ein Crashkurs in Playoff-Hockey. Malte Strömwall und Victor Rask schaufeln die Scheibe nach neun Minuten zum 1:0 für die Gäste. Wallmark gleicht per Nachschuss aus, doch mehr gelingt dem Top-Seed nicht. Die Entscheidung fällt in der 48. Minute: Mikae Henauer fackelt nicht, Jonas Taibel streckt die Kelle – Berra ohne Chance, 2:1. Dazwischen eine Schiedsrichter-Eskalation: Jacob Larsson fliegt mit 2+20 Minuten wegen Meckerns gegen die Linienrichter. Fribourg wirft alles nach vorne, doch Melvin Nyffeler pariert wie in Trance. Somit steht es 1:0 in der Serie – ein Warnschuss für alle Favoriten.

Ambri ringt ajoie nieder und erhält luft im abstiegskampf

Ambri ringt ajoie nieder und erhält luft im abstiegskampf

Playout-Hockey ist Survival. Ambri startet mit nur drei kompletten Reihen, spielt aber von Anfang an mit Biss. Tommaso De Luca und Michael Joly schrauben die Führung auf 2:0, ehe Berthoud verkürzt. Im torlosen Mittelabschnitt vergeben die Tessiner einen Penalty und einen Pfostenschuss – und doch bleibt die Marschrichtung klar. Julius Nättinen verkürzt früh im Schlussdrittel, doch Alex Formenton trägt die Entscheidung mit Handgelenk-Kaltschnäuzigkeit in die Maschen. 3:2 – Ambri führt in der Serie 2:1 und schiebt Ajoie erstmals an den Rand der Verzweiflung.

Die nächsten Spiele folgen schon am Dienstag. Wer dann noch glaubt, die Regular-Season sei ein Maßstab für den Mai, hat die letzten 60 Stunden verschlafen. In der National League zählt nur, wer zuletzt lacht – und wer zuletzt trifft.